Obwohl Ortsbürgermeister Müller keine Gelegenheit auslässt, auf die Notwendigkeit des Kaufs der Immobilie am Dorfplatz Elsheim hinzuweisen, sind die Gründe dafür weiterhin kaum nachvollziehbar und nur schwer zu verstehen.

Gemeinsam mit der Beigeordneten Lörsch hat er vor kurzem mit schmissigen Reden die Wiedereröffnung des Bistros „Treff“ gefeiert und „Zünftig, mit Lederschürze ausgestattet“, sogar ein Bierfass angeschlagen. Während der Feierlichkeiten, so die AZ in einem Artikel vom 09.04.2013, hat er dann behauptet,  „das Haus habe zur Versteigerung gestanden und man habe befürchten müssen, dass durch völlig fremde Investoren „eine Nutzung entstehen könnte, die die Gemeinde nicht wollte“„.Wenn dies eine ausreichend vernünftige Begründung für den Ankauf von Immobilien wäre, dann müssten sich 90 % aller Häuser in Deutschland mittlerweile in den Händen von Städten und Gemeinden befinden.

In einem früheren Artikel zu diesem Thema hat sich das Forum bereits über diesen Unsinn lustig gemacht. Hier noch einmal unser damaliger Kommentar:
Wir wissen nicht, von welchen Investoren Ortsbürgermeister spricht. Aber vielleicht gab es anrüchige Angebote der italienischen Mafia oder von rumänischen Schieberbanden, die die ehemalige Gaststätte heimlich als Zwischenlager für ihre dunklen Geschäfte oder zur Geldwäsche nutzen wollten. Da muss natürlich sofort eingeschritten werden.

Mit welcher Unverfrorenheit uns Ortsbürgermeister Müller den Bürgerinnen und Bürgern seine Märchen auftischt, ist kaum zu glauben. Die Immobilie wurde beinahe 2 Jahre zum Kauf angeboten, ohne dass sich überhaupt ein einziger, ernstzunehmender Interessent gemeldet hat. Als letzte Möglichkeit stand dann die Versteigerung an, was durch die Nacht- und Nebelaktion des Ortsbürgermeisters verhindert wurde. Wann und wo dann plötzlich und noch vor der Versteigerung die dubiosen Invesoren und Interessenten aufgetaucht sein sollen und dem besorgten Ortsbürgermeister so viele schlaflose Nächte bereitet haben, das bleibt alleine das Geheimnis des Ortsbürgermeisters. Es gibt keinen einzigen Beweis und Beleg dafür, dass ein Investor ernsthaft an der Immobilie interessiert war, ganz zu schweigen davon, dass „eine Nutzung [hätte]entstehen könnte[n], die die Gemeinde nicht wollte.“ Diese Behauptung ist eine reine Schutzbehauptung und der verzweifelte und untaugliche Versuch des Ortsbürgermeisters, von seinem Missmanagement und der Unsinnigkeit seiner Entscheidung abzulenken.

Wir bleiben dabei: Es ist nicht die Aufgabe einer Gemeindeverwaltung, in Konkurs gegangene Gaststätten aufzukaufen und dann darauf zu hoffen, einen Investor zu finden, der in einem rücklaufigen Markt aus einer maroden und mit Standortproblemen benachteiligten Kneipe ein lukratives Restaurant und Hotel macht. Das ist reines Wunschdenken, zumal die Immobilie aus vertraglichen Gründen erst Mitte 2017 veräußert werden könnte. Deshalb gilt auch für den Ortsbürgermeister: Von Geschäften, von denen man keine Ahnung hat, sollte man besser die Finger lassen und nicht das Geld der Bürgerinnen und Bürger fahrlässig verplempern.

Das für dieses unsinnige Projekt ausgegebene Geld fehlt jetzt an allen Ecken und Kanten und hätte sinnvoll für die Sanierung des Vereinsheims verwendet werden können. Dafür müssen jetzt sicherlich Kredite aufgenommen werden. Und dass es dann für ein solche Verschwendung von Steuergeldern in unserem Gemeinderat noch eine Mehrheit gibt, ist einfach nicht zu fassen. Die Gemeinde hat für das von Ortsbürgermeister Müller angerichtete Debakel teuer bezahlt und wird sich noch lange mit diesem Klotz am Bein rumärgern müssen. Ein wirklich schönes Vermächtnis.

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