Prost Neujahr! – Hoch(nebel)stimmung beim Neujahrsempfang.

Obwohl man beim alljährlich stattfindenden Neujahrsempfang nie so genau weiß, wer eigentlich Gast und Gastgeber ist, wer da wen empfängt oder man sich sogar fragen könnte, was diese Veranstaltung mit feucht-fröhlicher Bierzelt-Atmosphäre „auf den hinteren Stehplätzen“ eigentlich soll, ist es doch in Ordnung, wenn der junge Ortsbürgermeister dieses Event als Rahmenprogramm zur Selbstdarstellung und Werbeveranstaltung für den Verkauf seiner Verwaltungsarbeit nutzt (siehe hier). So ist Politik eben.

Ob es allerdings in Ordnung ist, beim Neujahrsempfang Phrasen zu dreschen und diese Veranstaltung zu einer Art „Folkloristisches Bauerntheater“ herabzuwürdigen, steht auf einem ganz anderen Blatt, das hier erwähnt werden muss:

  • Dass der junge Ortsbürgermeister zum wiederholten Male betont, „dass es ihm nicht nur eine besondere Ehre ist, seit 168 Tagen das Amt zu führen, sondern auch eine große Freude.„, kann man noch beruhigt als eine seiner anbiedernden und gefühlsduseligen Flachheiten abtun.
  • Dass er den seinerzeit ausgebooteten Ex-Ortsbürgermeister Hermann Müller noch einmal aus der Versenkung holt und davon schwafelt, dass dieser, wie keiner vor ihm, die Gemeinde „geprägt“ hat, was soll`s und was immer er auch damit gemeint hat.
  • Dass er erwartungsgemäß durch seinen Zeremonienmeister Paschke die rheinhessische Weinkönigin zu einem nichtssagenden und verworrenen Interview auf die Bühne zerren und Ihre Majestät von diesem „eloquenten“ Einflüsterer mehrfach in Verlegenheit bringen lasst, abgehakt.
  • Wenn er sich nicht schämt, in Dankbarkeits-Pose und mit dem unvermeidlich überdimensionierten Scheck eine nicht-zweckgebundene Spende für die Gemeinde von BüchSE entgegenzunehmen, Schwamm drüber.
  • Sogar die peinliche Aktion, als der ambitionierte Selbstdarsteller einer nicht-anwesenden Migrantenfamilie satirereif in einer arabisch klingenden Sprache guttural einen Willkommensgruß entgegenhechelte während seine Frau, mag es nun Zufall gewesen sein oder nicht, mit ihrem Kind fluchtartig die Selztalhalle verlässt, können wir ihm noch verzeihen.

Wenn er jedoch die lieblos aufgetürmten Erdhaufen auf dem Knichel allen Ernstes als „Mountainbikestrecke“ und darüber hinaus sogar noch als eine der „wichtigsten Neuerungen des letzten Jahres“ bezeichnet, dann muss er muss sich fragen lassen, ob er bei seinem Hype um die rheinhessischen Weinkönigin seinen Verstand im geistigen Hochnebel und vor Euphorie über deren Wahl die Realität aus den Augen verloren hat. Wir möchten die Antwort auf diese Frage hier nicht schon vorwegnehmen.

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