Warum eigentlich nicht, Herr Krützfeld?

Auf die Leistung des mittlerweile nebenberuflich tätigen Ortsbürgermeisters angesprochen, hat man in den vergangenen Monaten immer wieder zu hören bekommen, dass Barth die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllt hätte und man bitter von ihm enttäuscht sei. Es wird häufig darauf verwiesen, dass er schon zur Hälfte seiner Amtszeit eine rabenschwarze Bilanz aufweist und durch seine abgehobene und ignorante Art bei vielen Menschen in der Gemeinde das Vertrauen verloren hat. Dies, so wird weiterhin bemängelt, gälte auch für die beiden großen Orts-Parteien, die im politischen Nirwana verschwunden seien und von denen schon lange keine lokalpolitischen Impulse mehr ausgehen würden. Aber auch von Alternativlosigkeit ist in diesem Zusammenhang oft die Rede.

Gut, wenn man sich einmal die CDU- und LiStE-Mitglieder im Gemeinderat anschaut, muss man sich nach dem überraschenden Abgang von Dieter Laukhardt dieser Kritik uneingeschränkt anschließen. Da ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Genauso düster sähe es bei der SPD aus, wenn da vor wenigen Monaten nicht ein Stern aufgegangen wäre, der über allen leuchtet, alle anderen Parteigenossen in den Schatten stellt und im vergangenen Jahr in der gesamten Republik für positive Schlagzeilen gesorgt hat. Es handelt sich um Oberkirchenrat Sönke Krützfeld, Leiter des Bereiches Schule und Religionsunterricht in der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Zumindest für das Ehrenamt des Ortsbürgermeisters kann von Alternativlosigkeit jetzt keine Rede mehr sein.

Da erscheint plötzlich ein allseits geschätzter und integrer Mann, den man bisher auf der lokalpolitischen Bühnen gar nicht so recht wahrgenommen hat – also eine echte und bessere Alternative zum überforderten Amtsinhaber Barth. Nein, es ist nicht nur seine Heldentat oder gar die achtfache Vaterschaft, die Krützfeld für das Amt des Ortsbürgermeisters prädestinieren, es ist vor allem seine verwaltungstechnische Kompetenz, die er sich als Oberkirchenrat und langjähriger Leiter des Bereich Schule und Religionsunterricht in der EKHN erworben hat. Auch seine Ausbildung zum evangelischen Pfarrer lässt darauf schließen, dass ein Ortsbürgermeister wieder auf die Menschen zugeht, anstatt sie vor den Kopf zu stoßen oder sie zu spalten. Und nicht zuletzt wäre es seine allseits betonte Bescheidenheit, die sich von der Aufgeblasenheit und Wichtigtuerei des jetzigen Amtsinhabers wohltuend abhebt und dem Ehrenamt wieder Würde und Respekt zurückgeben würde.

Was eigentlich könnte unserer Ortsgemeinde Besseres passieren, als einen wieder ehrenamtlich tätigen Ortsbürgermeister zu haben, der, im Gegensatz zu dem aktuellen Amtsinhaber, das Amt nicht als Sprungbrett für eine ersehnte politische Karriere betrachtet, sondern die Sorgen und Nöte der Menschen in der Ortsgemeinde wieder ernst nimmt – einen Ortsbürgermeister, der sich darüber hinaus weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus den Respekt und die Anerkennung vieler Menschen erworben hat.

Vielleicht gelingt Pfarrer Krützfeld ja noch einmal so ein Husarenstück. Vielleicht bemerkt er den taumelnden Barth, startet zum Überholvorgang, setzt Sie sich mit einem geschickten Manöver vor den überforderten Amtsinhaber, bremst ihn ab und bringt ihn zum Stehen. Viele Bürgerinnen und Bürger der Ortsgemeinde würden es ihm danken. Zwar gäbe es dafür nicht die hessische Rettungsmedaille, aber wenn unser weinseliger Ortsbürgermeister Barth ungestraft behauptet, dass sich Isabelle Willersinn allein schon durch ihre Kandidatur zur Wahl der Rheinhessischen Weinkönigin „um die Ortsgemeinde verdient gemacht“ hat, dann stände Sönke Krützfeld mit Sicherheit ein angemessenes Denkmal neben der Ehrensäule zu.

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9 Gedanken zu „Warum eigentlich nicht, Herr Krützfeld?“

  1. Die Resonanz auf meinen Kommentar vom 10.01.2017 zum Artikel „Warum eigentlich nicht, Herr Krützfeld?“ überrascht mich. Leider scheint der Kommentar bei einigen Menschen zu Verärgerung und teilweiser Empörung geführt zu haben. Dies mag der Kürze meines Kommentars geschuldet sein.

    Ich möchte klarstellen: Es war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht, mit einer Meinung und deren Formulierung Menschen zu verletzen oder gar Herrn Krützfeld zu beleidigen.

    Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht, eigenverantwortlich darüber zu entscheiden, wie viele Kinder er in die Welt setzt. Das gilt natürlich auch für Herrn Krützfeld und seine Familie. Unter bevölkerungs- und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten beurteile ich jedoch die hohe Anzahl von Kindern in einer Familie anders als viele meiner Mitmenschen. Gruhl z.B. war 1975 mit seinem Buch „Ein Planet wird geplündert“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Planet_wird_gepl%C3%BCndert) nicht der erste Umweltautor, der die Grenzen des Wachstums und die Plünderung unseres Planeten durch das weltweite Bevölkerungswachstum aufgezeigt hat.

    Die Problematik einer zu großen Bevölkerung mit wenigen Sätzen darzustellen ist ungenügend, weil auch andere Faktoren zu den Problemen unserer Welt beitragen (z.B. Gewinnmaximierung). Auch geht es am eigentlichen Thema des Forums Stadecken-Elsheim vorbei. Trotzdem versuche ich nachstehend anhand weniger Beispiele einen Denkanstoß zu geben.
    In den Entwicklungsländern verursachen zu viele Menschen Arbeitslosigkeit und soziale Not. Diese Hoffnungslosigkeit ist u.a. der Nährboden für Kriminalität oder Terrorismus. Wir sind zwar kein Entwicklungsland, aber auch eine zu hohe Anzahl von Menschen in den Industrieländern forciert Massentierhaltung, industrielle Nahrungsmittelproduktion, Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen oder Umweltverschmutzung.

  2. Unser Vater hat diesen Artikel nicht bestellt und hat seine Vaterschaft nie zu einer besonderen Qualifikation erhoben (das hat er gar nicht nötig). Und die Anzahl seiner Kinder unter dem Aspekt der Arterhaltung zu reflektieren ist nicht sein Stil. Und im Übrigen empfinden wir das als beleidigend gegenüber unserer Familie.

    Teil des Resultates des „unverantwortlichen Handelns unseres Vaters“

    1. Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir darauf hinweisen, dass sich obige Reaktion nicht auf unseren originären Artikel, sondern auf den Beitrag eines Foristen bezieht.

  3. Natürlich ist die Familienplanung jedem selbst überlassen und bedarf hier keiner Kommentierung von Dritten. Warum allerdings die Tatsache, dass jemand der acht Kinder in die Welt gesetzt hat automatisch Bürgermeister kann bleibt zumindest fraglich. Herr Barth hat ja immerhin auch drei Kinder und die Ergebnisse seines Wirkens als Bürgermeister sind überschaubar. Es zählen insbesondere die kommunalpolitischen Fähigkeiten, um dem Amt wieder die nötige Kompetenz zu verleihen, die es benötigt und verdient hat.

    Übrigens helfen Kinder der Rentenversicherung nur, wenn sie später auch zu Beitragszahlern werden.

    1. Es hat doch kein Mensch behauptet, dass ein Vater mit 8 Kindern automatisch Bürgermeister kann. Wo haben Sie dass denn wieder gelesen? Wir haben doch nur folgende These aufgestellt: „Wer mit acht Kindern und dem damit verbundenen Drum und Dran lebt, der kann Erfahrung und Kompetenz in der Leitung einer größeren Gemeinschaft vorweisen.“ Das wollen Sie doch wohl nicht bestreiten, oder? Und in diesem direkten Vergleich zieht Barth nun mal den Kürzeren. Mit 8:3 liegt Krützfeld ganz klar vorn, wenn auch nicht uneinholbar. Denn Barth ist jung und könnte, den entsprechenden Ehrgeiz vorausgesetzt, noch den Ausgleich schaffen. Aber lassen wir das und stimmen wir mit Ihnen überein, dass es im Amt insbesondere auf die „kommunalpolitischen Fahigkeiten“ ankommt. Aber nicht, um Sie gleich zu korrigieren, um dem Amt die nötige Kompetenz zu verleihen, sondern um das Amt kompetent auszuführen. Nicht das Amt, sondern der Amtsinhaber braucht die nötige Kompetenz. Und da haben wir bei Barth, obwohl „der ja immerhin auch drei Kinder hat“, gerade wegen der Ergebnisse seines überschaubaren Wirkens, erhebliche Zweifel.

      Im Übrigen gehen wir davon aus, dass der Forist Goldfasan nicht davon ausgeht, dass die 8 Kinder der Familie Krützfeld sofort nach ihrem Schulabschluss beim Jobcenter in Ingelheim für den Rest ihres Lebens als dauer-arbeitslos und nicht-vermittelbar gemeldet sein werden. Wir sind uns ganz sicher: Da wird in naher Zukunft von der Familie ein ganz erklecklicher Beitrag in die Rentenkasse eingezahlt werden.

  4. Sehr geehrter Herr Flegar,
    wer einen Haushalt mit 8 Kindern meistern kann, der kann mit Sicherheit auch
    Bürgermeister.
    Ganz davon abgesehen: es geht Sie absolut nichts an und es gibt Ihnen auch nicht
    das Recht, einen so abscheulichen Kommentar über die Familienplanung einer
    fremden Familie abzugeben.
    Ihre Gesinnung macht einen nachdenklich.

    1. Sie haben vollkommen recht. Es geht doch den Herrn Flegar nichts an wie viele Kinder man hat. Das ist doch jedem selber überlassen. Kinder tragen auch zur Rentensicherung bei. Ich persönlich hätte gerne auch mehr Kinder. Leider fehlt das Geld dazu.

  5. „Nein, es ist nicht nur seine Heldentat oder gar die achtfache Vaterschaft, die Krützfeld für das Amt des Ortsbürgermeisters prädestinieren“

    In der Tat kann u.a. eine achtfache Vaterschaft nicht zu einem Amt befähigen. Ich bin sogar der Meinung, dass eine derart hohe Vaterschaft in der heutigen Zeit von Ressourcenverschwendung, Umweltbelastung und explodierender Weltbevölkerung (auch in den Industrieländern gibt es zu viele Menschen) unverantwortlich ist. Zur Arterhaltung des Menschen reichen zwei Nachkommen aus.

    1. Aber Herr Flegar, wir leben doch nicht in China, wo staatlich festgelegt wird, wie viel Kindern man in die Welt setzen darf. Es sollte doch jedem selbst überlassen sein, darüber zu entscheiden, wie viele Nachkommen jemand zu Arterhaltung der Menschheit hinterlässt. In diesem Zusammenhang von „Ressourcenverschwendung“ oder „Umweltbelastung“ zu sprechen, halten wir schon für ein wenig abwegig. Sehen Sie es doch einfach positiv: Wer mit acht Kindern und dem damit verbundenen Drum und Dran lebt, der kann Erfahrung und Kompetenz in der Leitung einer größeren Gemeinschaft vorweisen. Das sind doch exzellente Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Ortsbürgermeister, oder?

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