Über einen Zeitraum von knapp einem Monat gab es im Lokalteil der Allgemeinen Zeitung Mainz nicht einen einzigen Bericht über das Geschehen in unserer „lebens- und liebenswerten Gemeinde“ zu lesen. Während sich die Ereignisse in den umliegenden Ortschaften beinahe überschlugen und man fast täglich darüber in der AZ lesen konnte, hatte man den Eindruck, als ob Stadecken-Elsheim von der Landkarte verschwunden und durch eine bisher nie dagewesene Umwelt-Katastrophe ausgelöscht worden wäre. Diese beinahe unerträgliche und schmerzhafte Stille wurde jetzt mit einem politischen Paukenschlag des CDU-Hinterbänklers Barth beendet, der die Lokalredakteure der AZ aus ihrer Lethargie gerissen und quasi zur Berichterstattung über Stadecken-Elsheim gezwungen hat.

Barth hat sich bei seinem Paukenschlag von der Maxime leiten lassen, dass man auch dann noch aus einem abgedroschenen und ausgelutschten Thema noch politisches Kapital schlagen kann, wenn man populistisch auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit eines bereits beschlossenen Vorhabens hinweist. So versucht sich Barth wieder einmal ins Gespräch zu bringen, wenn er in dem „aufwühlenden“ Artikel der AZ zum Straßenbauprogramm des Landes äußert und großsprecherisch den „schnelleren Ausbau des Radwegs an L 426“ fordert.

Großkotz Barth „möchte mit dem Ministerium besprechen, wie die Maßnahme innerhalb der kommenden beiden Jahre zeitlich beschleunigt werden kann.“ und erklärt der dafür zuständigen Behörde, „Der Ausbau sei komplex, weil er im Zusammenhang mit weiteren vorgesehenen Erneuerungsmaßnahmen der L 426, so auch im Bereich des Rutschhangs der L 426 zwischen Elsheim und Essenheim, stehe.“ Mit dieser glasklaren Analyse des Alleskönners hat das Ministerium sicherlich nicht gerechnet. Und Barth legt gleich nach: „Was den Radweg betrifft, so warteten die Bürger bedauerlicherweise seit fast zehn Jahren auf dessen Realisierung.“ Na, wenn das mal kein Argument ist!

Als ob dies an Schwachsinn noch nicht genug wäre, hilft „Verkehrsexperte“ Barth den Fachleuten im Ministerium noch auf die Sprünge und gibt ihnen einen verblüffenden Ratschlag: „Es sei sinnvoll, den Bau des Radwegs im Hinblick auf die ebenso überfällige Sanierung der L 426 zwischen Essenheim und Elsheim als eine verkehrsentlastende Maßnahme zu betrachten.“ Gut, dass Barth auf diesen Zusammenhang einmal hinweist. Da wäre im Fachbereich des Ministeriums mit Sicherheit kein Mensch draufgekommen.

Zu guter Letzt krönt Barth seine oberlehrerhaften Belehrungen noch mit folgendem Schwachsinn: „Die Forderung nach Umsetzung des Radwegs sei nicht nur eine politische, sondern zutiefst bürgerschaftliche.“ Um diese Banalität zu verstehen, muss man im Sozialkunde-Unterricht höllisch aufgepasst haben. Da redet sich ein kleiner, politischer Wichtigtuer um Kopf und Kragen und merkt nicht mehr, wie ihm seine eigene Überheblichkeit das Gehirn vernebelt.

Wir halten fest, Barth bleibt ein populistischer Schaumschläger und Dummschwätzer, der mit inhaltslosem Gefasel zu abgedroschenen Themen nur auf sich aufmerksam machen möchte. Von Substanz, Ernsthaftigkeit und glaubhaftem Interesse ist bei diesem Herrn nichts zu spüren.

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