eierWenn man sich im Kommunalbereich engagiert und dazu einen politischen Blog betreibt, muss man sich darüber im Klaren sein, dass man sich damit nicht nur Freunde schafft. Wenn man dabei noch investigativ vorgeht und eine Verwaltung kritische begleitet, erfordert dies eine sorgfältige und korrekte Recherchearbeit. Wenn man dann auch noch auf eine Gemeindeverwaltung trifft, die sich quasi „eingebunkert“ hat, noch nicht einmal die Kontaktadressen der Gemeinderatsmitglieder öffentlich macht und teilweise auch nicht ihrer rechtlich vorgeschriebenen Informations- und Auskunftspflicht nachkommt, dann kann es schon einmal passieren, dass es bei der Berichterstattung zu Fehlinterpretationen, Missverständnissen und Fehlern kommt.

Genau dieser Fall ist jetzt eingetreten. Und zwar bei der Berichterstattung des Forums über den Antrag  des überforderten Ortsbürgermeisters Barth auf Freistellung von 25 Prozent seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer an einer Alzeyer Schule. Doch anstatt selbst auf die inkorrekte Formulierung und den Fehler in unserer Berichterstattung hinzuweisen und eine Korrektur zu veranlassen, verliert Barth die Contenance und lässt seine Anwälte von der Kette, die mit großem Brimborium und fadenscheinigen Argumenten die Sache einer beleidigten Leberwurst vertreten, dabei sogar noch ungerechtfertigte Richtigstellungen verlangen und darüber hinaus dem Forum noch rechtliche Schritte androhen.

Wir haben immer wieder betont, dass wir jederzeit zur Berichtigungen und Richtigstellungen bereit sind, sollten sich diese als berechtigt und notwendig erweisen. Das haben wir auch in diesem Fall getan. Doch schauen Sie sich einmal an, was Barth und die Barth’schen Anwälte bemängelt und vom Forum verlangt haben:

  1.  Das Forum hätte behauptet, Barth hätte mit seinem Dienstherrn einen neuen Arbeitsvertrag mit einer um 25 % reduzierten Arbeitszeit abgeschlossen. Das haben wir auch behauptet. Richtig gestellt haben wir, dass Barth mit seinem Dienstherrn eine Vereinbarung mit einer um 25 % reduzierten Arbeitszeit getroffen hat. Sehen Sie da inhaltlich einen Unterschied? Wir nicht.
  2. Das Forum hätte behauptet, Barth hätte im Gemeinderat beantragt, dass ihm der durch Freistellung entstandene Verdienstausfall von den Bürgerinnen und Bürgern bezahlt werden solle. Dabei bleiben wir. Wenn das Geld aus der Gemeindekasse gezahlt wird, sind es die Bürgerinnen und Bürger, die für den Verdienstausfall des überforderten Ortsbürgermeisters aufkommen.
  3. Das Forum hat aus eigener Initiative die Behauptung zurückgenommen, dass Barth bei seinem Antrag auf Freistellung gegen zahlreiche gesetzliche Bestimmungen verstoßen hat, obwohl diese Aussage von den Barth’schen Anwälten überhaupt nicht bemängelt wurde. Gemeint war, dass nach unserer Meinung die Voraussetzungen für eine Freistellung von Barth nicht im Einklang mit wesentlichen Beschlüssen von Verwaltungsgerichten stehen.
  4. Auf weitere, hanebüchenen Forderungen und unsinnige Behauptungen der Barth’schen Anwälte hat das Forum erst gar nicht reagiert.

Abgesehen davon, dass wir uns fragen, ob die Bürgerinnen und Bürger auch die Kosten für die Barth’schen Anwälte und deren juristische Lachnummer bezahlen müssen, fragen Sie sich sicherlich, was man von solch einem stümperhaften, kleinkarierten und mimosenhaften Verhalten halten soll.
Wir glauben, dass der überforderte Ortsbürgermeister Barth immer noch nicht gelernt hat, mit Kritik umzugehen, nicht so richtig mit den demokratischen Spielregeln vertraut ist und schlicht und einfach die Nerven verloren hat. Das wäre ihm nicht passiert, wenn er das hätte, was Oliver Kahn seinerzeit für gestandene Mannsbilder und für die Überwindung schwieriger Situationen eingefordert hat: „Eier, wir brauchen Eier!“

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2 Gedanken zu „„Eier, wir brauchen Eier!“ – Barth lässt Anwälte von der Kette.

  1. Aus eigener (Vermiet-)Erfahrung weiß ich, dass Anwälte nicht an Wahrheiten interessiert sind, sondern lediglich am Wohle ihrer Klientel. Dabei wurde in meinen Fällen sogar seitens der Anwälte oft gelogen. Die Strategie und der Vorteil solcher Vorgehensweise liegt darin, dass man Lügen nicht immer widerlegen kann.
    Eine weitere Strategie in der Juristerei ist die Spitzfindigkeit bei der Gestaltung von Wörtern. Juristisch gesehen mag es einen Unterschied geben zwischen Arbeitsvertrag und Vereinbarung. Im realen Leben ist das aber das Gleiche. Und im realen Leben müssen die Steuerzahler für den Verdienstausfall aufkommen, wenn der Gemeinderat der Kompensation des Verdienstausfalls zustimmt.
    Es wäre auch interessant den Jahresabschluss 2015 zu überprüfen, ob das Mittagessen bei der jüngsten Seniorenfahrt von Barth privat finanziert wurde, oder ob doch eine Rechnung bei der Gemeinde eingereicht wurde. Die gleiche Überprüfung könnte man auch in Bezug auf eine eventuelle Anwaltsrechnung durchführen.

    • Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass Anwälte lediglich am Wohl ihrer Klientel interessiert sind? Gibt es da nicht noch andere Interessenlagen?

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