Ortsbürgermeister gefährdet Bau der Rheinhessen-Sternwarte in Stadecken-Elsheim.

Wir lassen für den Moment einfach mal beiseite, dass sich der Bauern- und Winzerverein erwartungsgemäß gegen den Bau der Rheinhessen-Sternwarte auf dem Gelände des historischen Wasserhäuschens ausgesprochen hat und mit allen Mitteln versucht, das Projekt zu torpedieren. Das gefällt vielen Bürgerinnen & Bürgern nicht – auch uns nicht. Was uns jedoch auch nicht gefällt, ist die Tatsache, dass die Astronomische Arbeitsgemeinschaft jetzt mit dem Projekt Rheinhessen-Sternwarte im Landkreis hausieren geht und offensichtlich versucht, eine Ortsgemeinde gegen die andere auszuspielen. Wenn, bis auf ein paar ewig gestrige Weinbauern, der größte Teil der Menschen in Stadecken-Elsheim, der Gemeinderat und auch die VG Nieder-Olm geschlossen hinter dem Bau der Sternwarte stehen, dann ist es nicht nachvollziehbar, warum die AAG in der nächsten Woche dem Gemeinderat von Zornheim ihre Pläne präsentiert und dieses Vorhaben geschickt durch die AZ Mainz lancieren lässt.

Fakt ist, dass die Kreisverwaltung Mainz Bingen in einem Bauvorbescheid dem Projekt die Privilegierung, d. h., bauen im Außenbereich ohne Bebauungsplan, wegen des Umfangs der geplanten Räumlichkeiten verweigert und als Lösung vorgeschlagen hat, einen Bebauungsplan durch die Gemeinde aufstellen zu lassen. Das Problem der Privilegierung wäre, bei identischen Plänen, auch an einem Standort Zornheim/Mommenheim nicht gelöst, denn auch dort würde die Kreisverwaltung eine privilegierte Bebauung aus denselben Gründen ablehnen. Anders sähe es natürlich aus, wenn der Gemeinderat von Zornheim einen Bebauungsplan aufstellen und die Gemeinde die anfallenden Kosten von ca. 14.000,00 € übernehmen würde.

Und hier kommt dann der unglücklich und stümperhaft agierende Ortsbürgermeister von Stadecken-Elsheim ins Spiel, der sich unmittelbar nach Zustellung des Bauvorbescheids aufgeplusterte und vollmundig verkündete: „Es wird keinen Bebauungsplan geben.“ Diese Aussage ist eine unglaubliche Anmaßung und stellt wieder einmal unter Beweis, dass der vorlaute Barth immer häufiger von Allmächtigkeitsgefühlen übermannt wird und nicht mehr in der Lage zu sein scheint, seine Rechte und Pflichten als Ortsbürgermeister richtig einzuordnen. In Stadecken-Elsheim entscheidet über alle wichtigen Angelegenheit immer noch der von den Bürgerinnen & Bürgern gewählte Gemeinderat und nicht ein Wichtigtuer und Profilneurotiker wie Barth. Und so entscheidet auch allein der Gemeinderat, ob ein Bebauungsplan für die Rheinhessen-Sternwarte aufgestellt wird und wer die Kosten dafür übernimmt. Es ist unerhört und mittlerweile unerträglich, was sich dieser aufgeblasene Ortsbürgermeister herausnimmt und in welchem Maße er seine Kompetenzen überschreitet.

In das gleiche Horn wie Barth bläst erwartungsgemäß auch der Bauern- und Winzerverein, der scheinheilig und hintertrieben argumentiert, dass die Astronomische Arbeitsgemeinschaft für den Bebauungsplan zahlen muss, denn „Die will ja bauen, da kann es nicht sein, dass die Kosten an der Öffentlichkeit, an der Gemeinde hängen bleiben.“  Diese dubiose Lobby tut gerade so, als ob es sich bei der gemeinnützigen AAG um ein auf Profitmaximierung ausgerichtetes Unternehmen handelt. Angesichts der „Peanuts“ von 14.000 € bei einem Jahresetat von 6,7 Mio. Euro und der Tatsache, dass die Mitglieder des Bauern- und Winzervereins seit Jahrzehnten wie kein Zweiter von den Geldern in der Gemeindekasse profitieren, ist die Argumentation des Bauern- und Winzervereins an Heuchelei kaum noch zu übertreffen.

Wenn allerdings die AAG den Standort Stadecken-Elsheim für die Rheinhessen-Sternwarte nicht mehr für geeignet hält und in Ortsbürgermeister Barth und seiner Klientel das größte Hindernis für die Realisierung ihrer Pläne sieht, dann soll sie das klar zum Ausdruck bringen und keine durchschaubaren Spielchen treiben. Stadecken-Elsheim und die anderen Ortsgemeinden sollten nicht dabei mitmachen, sich gegeneinander ausspielen zu lassen. Wenn allerdings Zornheim oder eine andere Gemeinde die Attraktivität und Vorteile einer Sternwarte erkennen und beschließen sollte, die Kosten für einen Bebauungsplan zu übernehmen und das Projekt mitzufinanzieren, dann sieht es wieder einmal danach aus, dass Barth durch Inkompetenz und Überheblichkeit erneut ein wichtiges und sinnvolles Projekt gegen die Wand gefahren hat. Das hat diese Ortsgemeinde eigentlich nicht verdient.

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Ein Gedanke zu „Ortsbürgermeister gefährdet Bau der Rheinhessen-Sternwarte in Stadecken-Elsheim.“

  1. Hallo Herr Estermann,
    also zunächst mal haben wir hier gar nichts in der Presse lanciert. Die AZ rief mich unvermittelt an und hatte bereits Kenntnis. Ich war selbst überrascht. Die AZ hatte offenbar die Tagesordnung der Bauauschusssitzung in Zornheim gelesen. Dass die Projektvorstellung dort öffentlich nachlesbar aufgeführt wurde, geschah ohne meine Kenntnis.

    Es stimmt, dass die gleichen Planungsschwierigkeiten auch an anderer Stelle im Landkreis bestehen. Deshalb bleibt Stadecken-Elsheim mit seinen oft genannten Standortfaktoren auch die erste Priorität wenn es um den möglichen Standort der Rheinhessen-Sternwarte geht. Die Veranstaltung in Zornheim dient lediglich der Information über Umfang und Anforderungen einer öffentlichen Sternwarte (standortunabhängig). Es gibt keine konkreten Absichten den Standort Stadecken-Elsheim demnächst aufzugeben. Wir kämpfen nach wie vor für den Standort.

    Dennoch kann es ja nicht verboten sein in Anbetracht des unfreundlichen Gegenwinds, der uns aus Richtung des Bauern- und Winzervereins entgegenweht, Bürger an anderer Stelle über das Projekt Rheinhessen-Sternwarte zu informieren und so vielleicht weitere Unterstützer im Landkreis zu finden und Überlegungen anzustellen, wie eine Realisierung (ohne zeitraubende Streitigkeiten mit Weinbauern) vielleicht (auch andernorts) gelingen könnte. Die Sternwarte heißt ja auch nicht „Sternwarte Stadecken-Elsheim“, sondern „Rheinhessen-Sternwarte“ und richtet sich daher an alle Bürger der Region. Somit haben auch alle das Recht auf Information und alle sollen das Recht haben sich zu beteiligen und sich mit eigenen Ideen einzubringen. Vielleicht beflügelt das am Ende auch Entscheidungsträger an anderer Stelle.

    Viele Grüße,
    Jan-David Förster

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