Eindeutig den Vogel abgeschossen hat in der vergangenen Gemeinderatssitzung das CDU-Ratsmitglied und der Vorsitzenden des Bauern- und Winzervereins, Timo Eppelmann. Nachdem der selbsternannte „Herr über Reben und Fässer“ schon zu den verschiedensten Gelegenheiten häufig unter Beweis gestellt hat, dass seine Ratstätigkeit auch der Wahrnehmung eigener und der Interessen des Bauern- und Winzerbeins dient, hat er jetzt unter dem Verschleierungs-TOP „Informationen“ die Eröffnung der Hiwweltour geschickt genutzt und „fordert ein Büro in der VG mit Fachpersonal für Touristik. Die Nutzung moderner Medien soll forciert werden“. Eppelmann sagt auch gleich, wer dort zu arbeiten hat und was gemacht werden soll. Unglaublich, solch eine Anmaßung.

Anstatt, wie von der Gemeinde- und der Geschäftsordnung gefordert, ordnungsgemäß einen Sachantrag mit Begründung und durchführbarem Deckungsvorschlag einzureichen, wirft Eppelmann (CDU) sein Anliegen mal locker in die Ratsrunde und schaut erwartungsvoll auf seinen Parteifreund Barth (CDU), der die „Forderung“, ebenfalls ordnungswidrig, entgegennimmt und der, oft und bei anderen Gelegenheiten, dann in vorauseilendem Gehorsam bereits den baldigen Vollzug andeutet, über den er überhaupt nicht zu entscheiden hat.

Eppelmann oder sonstige Ratsmitglieder haben in einer Ratssitzung weder „Forderungen“ zu stellen noch Mitteilungen zu machen. Und wenn dieser unerlaubte Senf dann noch von einem unkundigen und unerfahrenen Ortsbürgermeister ins Protokoll der Gemeinderatssitzung aufgenommen wird, dann ist das nur noch peinlich. Die gilt auch für eine weitere „Forderung“ Eppelmanns, „alle Wanderwege auf der Homepage der Gemeinde einzustellen. Hierfür wäre eine Verlinkung zu der Webseite www.gastandschaften.de ausreichend“, auf der man sich unter „Urlaubsregion Rheinhessen“ vorwiegend um die Vermarktung von Winzer & Wein kümmert. Ein Schelm, wer sich bei dieser Eppelmann-Forderung etwas Böses denkt.

Wie fürsorglich sich Eppelmann um seine eigenen und die Interessen des Bauern- und Winzervereins kümmert, zeigt beispielhaft auch eine Anfrage über die Stehzeit eines Baukrans, denn „Angesichts der bevorstehenden Erntezeit sei die Stelle mit großen und ausladenden Erntegeräten nicht befahrbar.“ Es hätte uns nicht gewundert, wenn der folgsame Ortsbürgermeister gleich die Zwangsräumung des Baukrans veranlasst hätte. Auch seine Trittbrettfahrerei und unsolidarische und peinliche Gegenveranstaltung zur Stadecker Kerb zeigt, an welchen Interessen die Aktivitäten des Gemeinderatsmitglieds Eppelmann ausgerichtet sind (siehe hier).

Wenn je noch einmal die Frage gestellt werden sollte, warum der Stadecker-Elsheimer Gemeinderat mit über zwei Drittel von den Mitgliedern des Bauern- und Winzervereins dominiert wird und welche Interessen dort überwiegend verfolgt werden, dann gibt das Verhalten des CDU-Ratsmitglieds Eppelmann und „Oberlobbyisten“ des Bauern- und Winzervereins darauf eine klare Antwort. Wir halten es sogar nicht für undenkbar, dass, wegen seiner zahlreichen Mitgliedschaften in anderen Organisationen und Vereinen, Ortsbürgermeister Barth ebenfalls Mitglied im Bauern- und Winzerverein ist. Und wenn noch nicht einmal ausgeschlossen werden kann, dass die übrigen Mitglieder des Gemeinderats in den Weingütern ihrer Ratskollegen auch gern gesehene Gäste und willkommen sind, dann werden vermutlich auch die Interessen des Bauern- und Winzervereins bei den Entscheidungen im Gemeinderat nicht vernachlässigt.

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