Nachdem die „BI Umgehungsstraßen Stadecken-Elsheim“ mit ihrer Teilnahme an der SWR-Untersuchung zur Abgasbelastung die Diskussion um die Umgehungsstraßen wieder ins Rollen gebracht und heute der RLP-Verkehrsminister den Landesbetrieb Mobilität (LBM) mit der Planung beauftragt hat, kommen jetzt alle Wichtigtuer, Nichtstuer und Phrasendrescher aus der Versenkung und versuchen, schnell noch auf den fahrenden Zug zu springen, um sich von dem  ganzen Medienkuchen eine möglichst dicke Scheibe abzuschneiden und von ihrem Versagen in der Vergangenheit abzulenken.

In vorderster Reihe steht natürlich Oberschwadroneur und Ortsbürgermeister Barth, der während seiner 10-jährigen Ratsmitgliedschaft als CDU-Fraktionsvorsitzender das Umgehungsstraßen-Projekt vorwiegend behindert und in seiner bisherigen Amtszeit als Ortsbürgermeister kaum einen Finger dafür krumm gemacht hat. Jetzt bläst er sich mächtig auf und teilt vollmundig und angeberisch über die AZ Mainz mit, er werde „… alle Hebel in Bewegung setzen, etwa mit parlamentarischen Initiativen und flankierenden Gesprächen im Verkehrsministerium, um die Planungen voranzutreiben“ und dabei „dicke Bretter“ bohren.

Leider zu spät und offensichtlich überrascht hat der geltungssüchtige Barth nur den Sprung auf das hintere Trittbrett geschafft. Denn auf der vorderen Stufe steht nämlich die SPD, die sich bei dem jahrelangen Debakel um die Umgehungsstraße auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert und ebenfalls nichts auf die Reihe gebracht hat. Noch bevor Barth überhaupt „alle Hebel in Bewegung setzen“ und anfangen konnte, „dicke Bretter zu bohren“, ist die SPD blitzartig nach Bekanntgabe des überhöhten Stickstoffdioxid-Werts mit einer kleinen Delegation in das Verkehrsministerium aufgebrochen und hat dort, werbewirksam und bildlich belegt, Verkehrs-Staatssekretär Andy Becht aufgesucht. Zusätzlich hat sie heute noch einen Gemeinderatsantrag zur Wiederaufnahme des Planungsverfahrens veröffentlicht, mit dem sie offensichtlich ihren Führungsanspruch untermauern möchte und den eitlen CDU-Ortsbürgermeister und seine Partei zu Weißglut getrieben hat.

Mit beim Staatssekretär war auch eine Nina Klinkel, SPD-MdL, die zwar vorher in Stadecken-Elsheim kaum gesichtet wurde, aber jetzt, wo aus den hohen Stickstoffdioxid-Werten in der Mainzer Straße politisches Kapital zu schlagen ist, bemängelt, dass das Raumordnungsverfahren 2010 (unter Ortsbürgermeister Müller, CDU, Anm. d. R.) eingestellt wurde und die jetzt ultimativ eine Neuplanung fordert, „auch um das Projekt in den Haushalt zu bringen.“ So versucht sich ein Versager nach dem anderen ins Spiel zu bringen und dem Anderen das Wasser abzugraben. Es fehlt eigentlich nur noch die frischgekürte Landrätin Schäfer (CDU), die schon seit gefühlten 30 Jahren mit Lippenbekenntnissen und leeren Versprechungen zwar nicht den Bau der Umgehungsstraßen, jedoch zielstrebig und geschickt ihre eigene politische Karriere vorangebracht hat.

In einem sachlich produzierten und überzeugenden Video des SWR gibt es ab 00:02:08 eine Sequenz, in der der Vorsitzende des Bauern- und Winzervereins und eine der Doppelspitzen der CDU-Gemeinderatsfraktion, Timo Eppelmann, mit seinem Gabelstapler ins Bild fährt und für einen mehr als peinlichen Auftritt sorgt. Offenbar im Namen der gesamten Wein- und Landwirtschaft spricht sich Eppelmann lamentierend gegen eine Umgehungstraße aus und schwafelt uneinsichtig von der „Nicht hinnehmbaren Opferung von Kulturlandschaft.“ Es ist einfach nur noch empörend, wie sich eine kleine Gruppe von Reaktionären und Ewiggestrigen gegen die Interessen der Allgemeinheit stellt und dabei sogar schwere Erkrankungen ihrer Mitbürgerinnen & Mitbürger in Kauf nimmt. Mit Eppelmann sitzen noch weiter 6 Vertreter dieser Rückwärtsgewandten und Blockierer im Gemeinderat, sodass es kein Wunder ist, dass in dieser Ortsgemeinde seit Jahren zukunftsorientierte und notwendige Projekte hinausgezögert und verhindert werden.

Bleibt als positives Resümee nur noch die „Bürgerinitiative Umgehungsstraßen Stadecken-Elsheim“, die mit Ihrer Teilnahme am SWR Abgas-Alarm den Stein erst ins Rollen gebracht hat. Dass jetzt endlich etwas in Bewegung gerät, ist allein der Initiative dieser Gruppe zu verdanken. Manchmal bewirkt eben ein kleines Messröhrchen mehr als das jahrelangen Geschwafel von Nichtstuern, Wichtigtuern und Schwadroneuren. Für die BI ist zu hoffen, dass sie ihre Ziele weiterhin konsequent verfolgt und sich nicht von politischen Dilettanten und Hütchenspielern vereinnahmen und instrumentalisieren lässt.

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