Etwas ganz Besonderes hat sich jetzt die AZ Mainz einfallen lassen. In ihrer gerade wieder angelaufenen Reihe „AZ-Ortsgespräche mit den Ortsbürgermeistern der Gemeinden.“ werden jetzt die Online-Artikel über die Lokalgrößen mit kleinen, kostengünstig produzierten Video-Sequenzen unterlegt, für die der „gesprächsführende“ Redakteur gleichzeitig auch den Kameramann spielt. Das „AZ-Ortsgespräche mit den Ortsbürgermeistern der Gemeinden“ ist eigentlich kein richtiges Gespräch, sondern mehr eine unkritisch zusammengeschusterte Aneinanderreihung von Selbstbeweihräucherung und Eigenlobhudelei, mit der den Hobby-Politikern und Wichtigtuern auf der untersten Verwaltungsebene die Möglichkeit eingeräumt wird, sich mal mächtig aufzublasen und die Bürgerinnen & Bürger mit Phrasen und Worthülsen zu langweilen.

Da wird von den Ehrenbeamten und lokalen Würdenträgern hemmungslos über alles schwadroniert, was nicht niet- und nagelfest ist und ungeniert so getan, als ob ohne die „aufopferungsvolle Arbeit“ dieser Selbstdarsteller die Existenz der Gemeinde auf dem Spiel stände und der Rückfall ins finsterste Mittelalter drohen würde. Die Substanz dieser Flach- und Plattheiten ist so nichtssagend, dass man bequem nur die Ortsnamen und die Namen der Protagonisten in den Beiträgen austäuschen müsste, und dennoch einen auf alle übrigen Ortsgemeinden zu 100 Prozent zutreffenden Artikel hätte.

Den Anfang dieser beinahe unerträglichen Reihe machte jetzt die Ober-Olmer Ortsbürgermeisterin Doris Leiniger-Rill und Sie ahnen sicherlich schon, was in Stadecken-Elsheim demnächst auf uns zukommen wird. Richtig, es wird der Artikel von, mit und über Ortsbürgermeister Barth sein, in dem dieser in Wort und Video selbstherrlich und geschwollen darüber verkünden wird, was er in der Vergangenheit alles so Großartiges geleistet hat, dass er gerade dabei ist, Großartiges zu leisten und was er in nächster Zeit noch alles Großartiges leisten wird. Und dabei wird er keinen ortspolitischen Stein auf dem anderen lassen.

Was uns bevorsteht, lässt sich erahnen, wenn wir rückblickend an ein Video erinnern, dass Barth zu seiner Kandidatur bei der Ortsbürgermeisterwahl 2014 in Netz gestellt hat.  Stocksteif und hölzern führt Barth darin die Rolle des „großen Staatsmanns“ auf und faselt staatstragend über Gott und die Welt. Gockelhaft und selbstverliebt präsentiert er sich und man hat den Eindruck, dass er sich nicht um den Freizeitjob eines Ortsbürgermeisters, sondern um das höchste Amt im Staate bewirbt. Aufgesetzt und gestelzt wirken Körperhaltung und Mimik und erinnern an beste Loriot-Sketche. Diese Lachnummer können Sie sich hier noch einmal zu Gemüte führen, damit Sie wissen, was demnächst auf Sie zukommt. Vergessen Sie „Dinner for one“!

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