„Beim Gespräch im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium haben Ortsbürgermeister Thomas Barth und Beigeordneter Wolfgang Ruf dem Staatssekretär Andy Becht den Willen der Gemeinde bekräftigt, die Elsheimer Nord-West-Umgehung anzugehen“, so kommentiert Barth auf der Webseite der Gemeinde das Sondierungsgespräch zum Bau der Umgehungsstraßen (siehe hier). Angesichts eines solchen Gefasels fehlen einem beinahe die Worte und man kann sich nur noch verwunde(r)t die Augen reiben. Da tauchen plötzlich zwei Schlafmützen aus der Versenkung auf und erlauben sich, „den Willen der Gemeinde“ zum Bau der Umgehungsstraßen zu bekräftigen. Peinlicher geht es eigentlich nimmer.

Denn offenbar haben die beiden „Bekräftiger“ und CDU-Vertreter vergessen, dass sich die Menschen in Stadecken-Elsheim schon seit mehr 25 Jahren intensiv für den Bau der Umgehungsstraßen einsetzen und bereits 160.000 € für Gutachten, Prüfungen und Untersuchungen ausgegeben wurden. Da mutet es schon etwas seltsam an, dass diese beiden Nichtstuer und Verhinderer die Dreistigkeit besitzen, „den Willen der Gemeinde“ zum Bau der Umgehungsstraßen noch einmal zu bekräftigen. Es ist beinahe unglaublich, wie es Barth immer wieder gelingt, mit seinem blödsinnigen Geschwätz die Ortsgemeinde gegenüber übergeordneten Verwaltungen zu blamieren.

Anderseits ist aber auch nicht auszuschließen, dass die beiden Herren mit ihrer wirren Aussage nicht die Gemeinde, sondern sich selbst ermahnen wollten, endlich das Projekt Umgehungsstraßen „anzugehen“, Schließlich haben beide über Jahre hinweg die Hände in den Schoß gelegt und nichts Nenneswertes unternommen und kaum Finger gerührt.

Noch 2013 hat Barth für einen Gemeinderatsbeschluss gestimmt, in dem die Gemeinde ausdrücklich auf den Bau der Westumgehung verzichtet und sich nur für den Bau der Nordumgehung entschieden hat. Und wenn Barth heute bet0nt, „dass die Gemeinde nach wie vor hinter diesem Beschluss stehe“, dann versteht er offensichtlich nicht, dass dieser Beschluss nicht mehr ausreicht und der Gemeinderat einen erweiterten Beschluss fassen muss, der auch den Bau der Westumgehung einschließt. Es ist deshalb grober Unsinn, wenn Barth behauptet, dass „seitens der Gemeinde keine Beschlüsse notwendig“ seien. Es sieht erneut danach aus, als ob das Projekt wieder einmal eine Nummer zu groß für ihn ist.

Barth scheint auch nicht in der Lage zu sein, den Standpunkt der Ortsgemeinde klar zu definieren und auf den Punkt zu bringen. Stattdessen ergießt er sich in Worthülsen und faselt etwas von einer „Gesamtschau“: „In der Gesamtschau ist eine Umgehung in Nord und West sinnvoll. Wenn aber durch die Beschlusslage an der einen Stelle zeitnaher begonnen werden kann, dann ist das auch gut.“ Nein, nichts ist gut! Denn die jetzige Beschlusslage bezieht sich nur auf die Nordumgehung und vernachlässigt die ebenfalls wichtige Westumgehung. Deshalb fordert der Staatssekretär auch eine verbindliche Aussage von der Gemeinde zur Westumgehung und wünscht, dass der Gemeinderat eindeutig hinter diesen Planungen steht. Davon, dass Barth diese Forderung verstanden hat, sind wir noch lange nicht überzeugt.

Verstanden aber hat er sicherlich, dass noch Jahre vergehen, bis das Projekt Umgehungsstraßen in trockenen Tüchern ist und begonnen werden kann: Becht spricht von einer Realisierungsphase von 10 – 15 Jahren. Dieser Meinung muss sich dann auch notgedrungen Barth anschließen, der beipflichtend ausschließt, „dass 2018 oder 2019 schon die Bagger anrollen!“ Das ist auch gut so, denn wir werden Barth an diese Aussage erinnern, wenn er kurz vor den Ortsbürgermeisterwahlen in 2019 in die politische Trickkiste greifen wird und, ebenso wie sein CDU Parteifreund und Vorgänger Müller (CDU), den unredlichen Eindruck erwecken möchte, dass die Planierraupen für die Umgehungsstraßen dank seines „unermüdlichen Engagements“ bereits auf dem Weg nach Stadecken-Elsheim seien. Wir möchten darauf wetten, dass Barth dieser Versuchung nicht widersteht.

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