Wenn man sich quasi durch die Hintertür als Nachrücker und ohne Wählervotum in ein politisches Amt „geschummelt“ hat, dann ist man natürlich von der Furcht besessen, bei der nächsten, regulären Wahl nicht gewählt zu werden und wieder in die politische Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. So scheint es auch Thomas B. zu ergehen, der als Nachrücker in den Landtag alles unternimmt, damit er von einem solch schweren Schicksalsschlag verschont bleibt. Dazu nutzt er alles, was politisch nicht niet- und nagelfest ist, um sich wichtig zu tun und ins Gespräch zu bringen.

Zwei Bereiche sind dabei für Thomas B. (CDU) von besonderer Bedeutung: Die eigene Partei (CDU) und der Wahlkreis. Die eigene Partei ist ihm deshalb so wichtig, weil deren Delegierte ihm bei der nächsten Wahl einen sicheren Listenplatz und den Einzug in den Landtag garantieren können. Und so tourt Thomas B. permanent durch die interne CDU-Landschaft und lässt keine noch so kleine Parteiveranstaltung aus, auf der er nicht vom jüngsten Junge Union-Mitglied bis hin zur Parteigröße alles bearbeiten kann, was ihm nicht rechtzeitig aus dem Weg gehen kann. Besonders deutlich wird diese Ranschmeiße während der Weihnachts- und Fastnachtszeit. Auf welchem Weihnachtsmarkt auch immer die CDU einen Stand hat, Thomas B. folgt instinktsicher der Glühwein-Fährte und wirft sich mit seinen Parteifreunden/innen weinselig in Positur. Und wo immer an Fastnacht auch nur mehr als 2 Luftschlagen herumrumhängen, Thomas B. lässt keine Veranstaltung aus, auf der er nicht in peinlicher Kostümierung mit seinen Parteifreunden/innen den Narren spielt und sich anbiedert. So viel muss einem die politische Karriere schon wert sein.

Noch wichtiger sind ihm natürlich die potentiellen Wähler im Wahlkreis. Sich diesen bekanntzumachen ist besonders für einen oppositionellen Hinterbänkler, dem jegliche politische Gestaltungsmöglichkeit fehlt, nicht gerade einfach. Und so nimmt Thomas B. jedes noch so kleine Schlagloch zum Anlass, um marktschreierisch von der Landesregierung die sofortige Teerung einzufordern. Vom Ausbau der Radwege in Rheinhessen („Barth: Radweg an der L 426 muss kommen“), der sinkenden Mitgliedschaft bei den Bambino-Feuerwehren bis hin zum Obstanbau in Ober-Hilbersheim ist dem Hyper-Aktivisten jedes noch so banale Thema recht, sich aufzublasen und ins Gespräch zu bringen. Das ist blinder Aktionismus, ohne Substanz und konkrete Ergebnisse. Offensichtlich merkt der konzeptionslose Zwangsaktivist nicht mehr, dass er sich durch seine aufgesetzte Betriebsamkeit nicht nur unglaubwürdig, sondern in zunehmendem Maße auch lächerlich macht.

Thomas B. tritt überall in Erscheinung und ist allgegenwärtig: Bei den Gewerkschaften, in den Polizeidienststellen, den Schulen („Grundschule Bingen-Gaulsheim: Barth fordert ein Ergebnis“), den Kindergärten, dem Kreisjagdverband, den Gesangvereinen, auf dem Hebammenabend RLP, dem Dekanat der ev. Kirche, der Verbraucherzentrale, bei Geschäftseröffnungen, Sportveranstaltungen und überall dort, wo man nicht rechtzeitig die Tore vor ihm verschließen konnte. Besonders angetan haben es ihm die Polizeidienststellen und -inspektionen, bei denen er besonders für den Krankenstand interessiert. Auch Schulen aller Art, bei deren Besuch die Schülerinnen und Schüler dem Ex-Lehrer immer so interessante Einblicke aus dem Schulalltag mit auf seinen „politischen Weg“ geben, interessieren ihn besonders. Und natürlich die Seniorenresidenzen und Altenheime, weil er von den dort lebenden Bewohnern/innen immer so freundlich und herzlich empfangen wird. Begleitet werden die Pseudo-Aktivitäten häufig von fingierten Anfragen an die Landesregierung, die allerding den wichtigtuerischen Hinterbänkler mittlerweile nicht mehr ernst nimmt und in ihren Antworten das scheinheilige Getue mit Allgemeinplätzen, Floskeln und Worthülsen bestraft. Dies alles wird von Thomas B. dann auch noch in die AZ Mainz lanciert, die, mangels Alternativen und erfreut darüber, dass jemand kostenlos die Lokalseiten füllt, den ganzen Schwachsinn kritiklos übernimmt und auch noch veröffentlicht.

Selbstverständlich nutzt Thomas B. in seiner nie endenden Eigen-Werbekampagne auch die sozialen Medien. Auf Facebook berichtet er von seinem „aufregenden“ Leben, das an Peinlichkeiten und Banalitäten kaum noch zu übertreffen ist. Kein Thema ist ihm um zu flach, kein Ereignis zu banal und keine Gelegenheit zu peinlich, um nicht von ihm politische verwurstet und vermarktet zu werden. Da wird geschwafelt, bis die Schwarte kracht, und gedampfplaudert, bis der Arzt kommt. Und wenn ihm einmal die Themen ausgehen sollten, dann präsentiert sich Thomas B. als Landschaftsfotograf und begeistert sich an seinen eigenen Fotos. Auch seine von ihm in die AZ Mainz lancierten Artikel wiederholt er liebend gern und scheut sich auch nicht, Flachheiten aus seinem Privatleben bekanntzugeben. Während in der Ortsgemeinde angesichts seiner ernüchternden Bilanz als Ortsbürgermeisters schon lange kein Beifall mehr aufbraust, lässt Thomas B. sich auf Facebook von seinen Anhängern wie ein Popstar feiern und mit bestellten „Likes“ hochjubeln. Auffallend die Kommentare einer sogenannten „Kerbe-Oma Margit“, offenbar eine durchgeknallte CDU-Parteifreundin, deren Begeisterung schon erotomanische Züge annimmt.

Seine neueste Masche ist es, sich selbst die Bälle zuzuspielen bzw. seinen eigenen Steilvorlagen hinterherzurennen. Bekommt er als ehrenamtlich tätiger Ortsbürgermeister wieder einmal nichts auf die die Reihe – was ja häufiger zu beobachten ist – dann bringt er sich selbst ins Spiel und reicht das Problem an sein Alter Ego, den Hinterbänkler Thomas B. weiter. So zum Beispiel beim Projekt Umgehungsstraßen („Barth fordert erneut Umgehungsstraßen in Elsheim.“) oder bei der geplanten Sanierung der Schul- und Mainzer Straße, bei denen er sich mächtig aufplustert und so tut, als ob er im Landtag  Einfluss geltend machen könnte. Mit diesem Spielchen versucht er den Menschen in der Ortsgemeinde vorzugaukeln, dass er etwas bewirken und für eine adäquate Lösung sorgen könnte. Das ist natürlich nicht der Fall und bloße Augenwischerei, täuscht aber Engagement und Einsatzwille vor. Substanzielles und Konkretes passiert dabei nichts.

So jagt eine Peinlichkeit die andere und erweist sich als Lach- und Luftnummer, an die sich nach wenigen Tagen kein Mensch mehr erinnert. Und wenn man dann noch bedenkt, dass dieses ganze, aufgebauschte Brimborium und Getue ausschließlich dazu dient, einen oppositionellen Hinterbänkler ins Gespräch zu bringen und seine politische Zukunft abzusichern, dann sollte man schnellstmöglich nach einer Gesetzesänderung rufen, die das Nachrücken ins Amt nur dann erlaubt, wenn ein eindeutiges Wählermandat vorliegt und ein Befähigungsnachweis erbracht wurde. Ansonsten werden die Menschen mit Selbstdarstellern, Dampflauderern und Phrasendreschern geplagt, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben und ihre politische Daseinsberechtigung unter Beweis stellen möchten.

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