Es ist zwar schon eine Weile her, aber offensichtlich ist in der Nacht auf Samstag, den 12.05.18, ein Autofahrer auf der Fahrt von Koblenz nach Ludwigshafen vom Weg abgekommen und hat laut Polizeibericht „Im Spitzberg“ in der Nähe der Stadecker Warte mehrere Reben und Pfähle beschädigt. Ob es sich bei dem Täter um einen aggressiven Weinrebenhasser handelte oder ob übermäßig hoher Weinkonsum im Spiel war, ist nicht bekannt. Da der Täter sich unerlaubt vom Unfallort entfernt und die Verwüstungen nicht unverzüglich dem örtlichen Bauern- und Winzerverein gemeldet hat, hat der Verein Anzeige wegen Fahrerflucht, Sachbeschädigung und Zerstörung wertvollen Kulturguts erstattet.

Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung rechnet die Ortsgemeinde jetzt mit folgender, heftiger und nachvollziehbarer Reaktion der Weinwirtschaft:

1. Der Bauern- und Winzerverein Stadecken-Elsheim verurteilt aufs Schärfste den heimtückischen Reben-Anschlag und fordert den/die Täter/innen auf, sich unverzüglich dem Vereinsvorsitzenden Cramer zu stellen oder auf YouTube ein Bekenner-Video hochzuladen.

2. Zur Ergreifung des/r Täters/in setzt der Bauern- und Winzerverein eine Kopfprämie von 12 mal 0,75 l Flaschen „Riesling-Qualitätswein, fruchtig-spritziger Riesling-Klassiker mit feiner Pfirsischnote“, aus. Sachdienliche Hinweise nimmt der Vorsitzende des Vereins oder die dem Verein untergeordnete Gemeindeverwaltung von Stadecken-Elsheim entgegen.

3. Der Bauern und Winzerverein Stadecken stellt über seine Gemeinderatsfraktion den Antrag, dem betroffenen Winzer zu 100 % den Schaden aus der Gemeindekasse zu erstatten und für zukünftige Verwüstungen einen angemessenen Auffang-Fond mit der Bezeichnung „Winzer-Notgroschen“ in den Gemeindehaushalt einzustellen.

4. Der Bauern- und Winzerverein fordert verstärkte Polizeikontrollen auf den örtlichen Wirtschaftswegen und die Aufstellung einer nächtlichen Bürgerwehr, die ehrenamtlich die Weinbergslagen schützt und dafür in von der Gemeindeverwaltung durchgeführten Sicherheitsveranstaltungen ausgebildet wird.

5. Der Bauern- und Winzerverein Stadecken-Elsheim beantragt, die an den Weinlagen liegenden Wirtschaftswege für den Durchgangsverkehr zu sperren und diese Wege aus den Liegenschafts- und Flurkarten zu entfernen, um das Auffinden zu erschweren und die Nutzung für die Öffentlichkeit einzuschränken.

6. Der Bauern- und Winzerverein fordert die Gemeindeverwaltung auf, unverzüglich auf allen, unmittelbar an den Weinlagen vorbeiführenden Wirtschaftswegen beidseitig Sicherheitszäune zu errichten, durch die die seitlich anliegenden, wertvollen Kulturgüter wirkungsvoll und sicher geschützt werden.

7. Der Bauern- und Winzerverein wird einen möglichen Zusammenhang zwischen den kriminellen Vorkommnissen und der Stadecker-Hiwweltour untersuchen und der Gemeindeverwaltung auf Basis des Ergebnisses entsprechende Anweisungen erteilen. Der Bauern- und Winzerverein schließt schon jetzt eine Sperrung der gemeindeeigenen Wanderwege nicht aus.

8. Angesichts der drohenden Gefahr, dass sternhagelvolle Besucher mit ihren Fahrzeugen ebenfalls in den Weinlagen Schäden und Zerstörung anrichten könnten, untersagt der Bauern- und Winzerverein dem Gemeinderat, für alle Zukunft das Thema „Ansiedlung der Rheinhessen-Sternwarte neben der Stadecker-Warte“ auf die Tagesordnung einer Ratssitzung zu setzen.

Wegen der Ungeheuerlichkeit der Tat und seiner Nähe zum Bauern- und Winzerverein gehen wir auch davon aus, dass Ortsbürgermeister Barth sich nicht die Gelegenheit entgehen lässt, als oppositioneller CDU-Hinterbänkler und enger Freund des Vereins folgende, knallharte Anfrage an die Landesregierung zu stellen:

K l e i n e A n f r a g e
des Abgeordneten Thomas Barth (CDU).
Vandalismus gegen Reben und Terroraktionen gegen die rheinhessische Weinwirtschaft.

Ich frage die Landesregierung:
1. Ist der Landesregierung bekannt, in welchen rheinhessischen Weinlagen Vandalismus gegen Reben und Terroraktionen gegen die rheinhessische Weinwirtschaft vermerkt und angezeigt wurden (falls ja, bitte nach Gemeinde und Monat(e)/Jahr(e) einzeln aufführen)?

2. Sind wegen dieser Delikte Straftäter verfolgt und ermittelt worden und zu welchen Strafen wurden sie verurteilt (bitte nach Verurteilungsjahr, Alter, Geschlecht, Nationalität, Gerichtsort und Strafmaß einzeln aufführen)?

3. Welche Maßnahmen sind in den nächsten 3 Monaten und den folgenden 75 Jahren angedacht, um die Weinwirtschaft vor Vandalismus gegen Reben und potentielle Terroraktionen zu schützen (bitte die vorgesehenen Maßnahmen und Schutzorgane, Mannschaftsstärken und Art der Bewaffnung einzeln aufführen)?

4. Welche finanziellen Mittel stellt die Landesregierung zur Entschädigung der Weinwirtschaft zur Verfügung bzw. beantragt die Landesregierung bei der EU und wie können diese Mittel abgerufen werden (bitte nach Abrufart (Email, telefonisch, auf Zuruf), Abrufvoraussetzungen (mit Nachweis, ohne Nachweis) und Höhe (minimalster Betrag, maximalster Betrag) einzeln aufführen)?

5. Ist die Landesregierung bereit, zur Abwehr und Verfolgung dieser Straftaten zukünftig den örtlichen Bauern- und Winzervereinen polizeiliche Sonderrechte, exklusive Strafverfolgungsrechte und die alleinige Gerichtsbarkeit einzuräumen (bitte nur mit einem kurzen „Ja“ beantworten)?

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