Es ist ausgesprochen lobenswert, wenn die Initiative „Round Table Deutschland“ im Rahmen ihrer deutschlandweiten Aktion auch die 3 Kitas in Stadecken-Elsheim mit Verkehrs-Sicherheitswesten ausstattet. Es ist sicherlich auch lehrreich, wenn Studierende der Geografie, Geodäsie, Raum-/Städteplanung und Umweltforschung sich am Nachbau des Telegrafenmasts über europäische Förderung im Rahmen des LEADER-Programms informieren. Und es ist auch interessant, wenn man botanische Besonderheiten in freier Natur und am Wegesrand entdecken kann. Aber was hat dies alles mit den Aufgaben und der Tätigkeit eines ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters zu tun?

Ellenlang lässt Barth auf der Webseite der Gemeindeverwaltung und im Nachrichteblatt über Nebensächlichkeiten und Nichtigkeiten plappern und ist sich nicht einmal zu schade, diese Artikel mit selbst erstellten oder eigens in Auftrag gegebenen Fotos zu unterlegen. Kein Thema ist vor ihm sicher, keine Banalität zu klein und keine Nichtigkeit zu groß, ohne dass sie von ihm nicht aufgegriffen und zur Selbstdarstellung und Eigenwerbung missbraucht wird.

Jüngstes Beispiel ist seine Teilnahme am Seniorenausflug zum Kloster Maulbronn, bei dem er oberkellnerhaft das Frühstück „kredenzte“ und dabei noch so tat, als ob er es auch der eigenen ‚Tasche bezahlt hätte. Nichts gegen den Ausflug der Seniorinnen und Senioren, aber es stellt sich die Frage, ob ein ehrenamtlich tätiger Ort6sburgermeister nichts Wichtigeres zu tun hat, als auf einer Vergnügungsfahrt unserer Alten den Oberkellner zu spielen. Barth erinnert in seiner Allgegenwärtigkeit und in anderen Bereiche bereits an den abgehobenen, ehrenamtlichen Stadtbürgermeister von Oppenheim, den die Bürgerinnen & Bürger, der Landesrechnungshof, die Staatsanwaltschaft Mainz und die eigene politische Partei erst kürzlich aus den Amt gejagt haben.

Nun ist es man ja gewohnt, dass Barth sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund spielt und sich gerne mit den Verdiensten anderer schmückt – das hat man in seiner Amtszeit des Öfteren unangenehm zu Kenntnis nehmen müssen – wenn sich aber seine Tätigkeit als Ortsbürgermeister überwiegend in der Durchführung von Lustreisen, Showveranstaltungen und Nebensächlichkeiten erschöpft, dann fragt man sich, ob ein solcher Ortsbürgermeister das richtige Verständnis von seinem Ehrenamt hat. Besonders deutlich wird dieses Missverständnis über die Aufgaben eines Ortsbürgermeisters auf der Webseite der Ortsgemeinde, wo man über wichtige und politische Gemeindeangelegenheiten kaum noch ein Wort findet, sondern vorwiegend Seichtes, Triviales und Unbedeutendes über sich ergehen lassen muss.

Politik findet mit diesem Ortsbürgermeister kaum noch statt. Während wichtige Aufgaben liegenbleiben oder nicht mit dem notwendigen Engagement angegangen werden, verliert sich der geltungsbedürftige Ortsbürgermeister in Nebensächlickeiten und sonnt sich in seiner Rolle als Alleinunterhalter und  Selbstdarsteller. Wenn man dann noch bedenkt, dass er sich für diese ganzen Banalitäten- und Überflüssigkeiten auch noch jahrelang auf Kosten der Gemeindekasse zu 25 % von seiner beruflichen Tätigkeit hat freistellen lassen, dann fragt man sich, wie lange sich die Menschen in der Ortsgemeinde einen solchen Frühstücksdirektor und Sprücheklopfer noch leisten wollen.

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