In dem Artikel „Jetzt geht’s lo-os, jetzt geht’s lo-os!“ ist uns vorgestern ein gravierender Fehler unterlaufen. Wir korrigieren deshalb: Rewe möchte zwar den Lebensmittelmarkt in der Bovoloner Allee und den Getränkemarkt auf der Langweid zusammenlegen, wünscht jedoch eine Gesamtquadratmeterzahl von 2.000 Verkaufsfläche für ein neues Gebäude – und nicht, wie von uns geschrieben, 1.600 qm. Erlaubt sind nach dem aktuellen Landesentwicklungsprogramm für Stadecken-Elsheim – die Gemeinde hat keine zentralörtliche Funktion –  maximal nur 1.600 qm Verkaufsfläche.

Aktueller Lebensmittelmarkt und Getränkemarkt haben mit 1.650 qm bzw. 600 qm eine Gesamtverkaufsfläche von 2.250 qm. Warum die Bestimmungen des Landesentwicklungsprogramm seinerzeit so stark überschritten werden konnten, wissen wir nicht. Umso gespannter wir heute darauf, zu erfahren, mit welchen geistigen Verrenkungen und herbeigezogenen Argumenten die Lokal- und Kommunalpolitiker die von Rewe gewünschten 2.000 qm Verkaufsfläche befürworten werden. Und sofort nutzen die örtlichen Freizeitpolitiker auch die Möglichkeit, die Gemeindebedarfsfläche „Auf dem Knichel“ ins Spiel zu bringen und mal wieder im Bauleitplanungsbereich herumzufuhrwerkeln. Rewe hat sich offiziell noch mit keinem Wort zum „Knichel“ geäußert, aber schon wittern die lokalen Freizeitpolitiker Morgenluft und bringen den „Knichel“ baupolitisch in Stellung.

Dass Lebensmittel und Getränkemarkt zu einer Einheit zusammenfasst werden sollen, leuchtet ein und wäre auch für die Verbraucher von Vorteil. Aber warum ausgerechnet das neue Rewe-Gebäude auf dem Knichel gebaut werden soll, ist nicht nachvollziehbar. Auf dem jetzigen Gelände des Lebensmittelmarktes wäre ausreichend Platz für die Ergänzung mit einer Getränkeabteilung, zumal man dann die vorgeschriebenen 1.600 qm nicht überschreiten müsste. Und sollte man mehr als 1.600 qm benötigen und auch genehmigt bekommen, dann stände schon jetzt mit den nicht benötigten und überflüssigen Stellplätzen, die in ihrer Anzahl den Parkplätzen für die Frankfurter Commerzbank Arena kaum nachstehen, die benötigte Bebauungsfläche zur Verfügung.

Hinzu kommt, dass das gesamte Bovoloner Einkaufszentrum durch den Bau eines neuen Rewe-Marktes „Auf dem Knichel“ auseinandergerissen werden würde. Das sollte schon jetzt den Fachhandel und Dienstleistungsbereich im Acht-Morgen-Zentrum auf die Barrikaden bringen. Zudem müssten die Besucher eines neuen Einkaufmarktes zur Erledigung weitere Einkünfte und zur Nutzung von Dienstleitungen eine vielbefahrende Landesstraße überqueren.

Das könnte ein lustiges „Aus-dem-Weg-Springen“ und ein spaßiger „Hindernislauf“ werden. Wir warten nur darauf, dass ein findiger Freizeitpolitiker aus der Ortsgemeinde diesem Problem mit dem Bau einer Unter- oder Überführung der Landesstraße begegnen will. Wie gesagt, auch sonst sind wir schon ganz gespannt darauf, mit welchen Argumenten ein weiterer Teil der Ortsgemeinde zubetoniert werden soll.

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