Rewe, so ist jetzt in einem Artikel der AZ Mainz zu lesen, ist mit der Kundefrequenz am Standort Stadecken-Elsheim nicht zufrieden und möchte die  Betriebsgröße seiner Niederlassung auf 2000 oder 1600 qm verkleinern. Ins Auge gefasst für den neuen Standort hat das Unternehmen das Gemeinbedarfsgebiet „Am Knichel“, auf dem die zurzeit getrennten operierenden Standorte Getränke- und Lebensmittelmarkt zu einer Einheit zusammengelegt werden sollen. Nun wäre gegen die Absicht von Rewe überhaupt nichts einzuwenden, wenn das Projekt nicht sogleich auch die Lokal- und Kommunalpolitiker auf den Plan rufen würde, die urplötzlich aus ihren Löchern kommen und meinen, ungefragt ihren schwatzbudenhaften und wirren Senf dazugeben zu müssen.

Während Rewe sich zugeknöpft gibt und zu dem Projekt überhaupt nicht äußern will, steht in der Riege der Schwadroneure „Wirtschaftsexperte“ Barth an vorderster Stelle und plappert gleich „von einer Veränderung der derzeitigen Marktsituation“, obwohl sich an der Marktsituation überhaupt nichts geändert hat und es Rewe einzig und allein um die Einsparung von Arbeitsplätzen und Effizienz geht. Auch hat Barth die „Überlegungen“ schon im „nicht öffentlich tagenden Ältestenrat mit den Fraktionsvorsitzenden angesprochen“, und man fragt sich verblüfft, warum der Ältestenrat hinter verschlossen Türen tagt und wer eigentlich diesem Rat angehört – offensichtlich auch alle Fraktionsvorsitzenden, inklusive den Ein-Mann-Fraktionen Horst und Klonek. Lachhaft!

Nicht hinten anstehen wollte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Goldschmitt, der dem Projekt schon jetzt „offen gegenübersteht“, und, man reibt sich angesichts einer solchen Neugierde die Augen, ganz „gespannt“ darauf ist, „wie die konkreten Planungen aussehen.“ Dabei will Rewe nur verkleinern. Ob die bestehenden Gebäude abgerissen oder anderweitig genutzt werden, darüber wurde noch nicht gesprochen. Aber wie immer in solchen Fällen werden von den Lokalmatadoren sogleich die Themen alters- und behindertengerechtes Wohnen, Seniorenresidenz, Mehrgenerationenhaus, gemeinschaftliches Bauen, sozialer Wohnungsbau oder sonstige, abgedroschene und „werbewirksame“ Vorschläge in die politische Arena geworfen. Dann soll auch noch etwas für die Jugend getan werden.

Da wird dann Handlungsbedarf angemahnt, werden Notwendigkeiten postuliert und jedes Gemeinderatsmitglied versucht, das andere mit „vernünftigen“ und „unabdingbaren“  Vorschlägen zu übertreffen. Ein Wettlauf der wirren Gedanken entsteht und es wird kein noch so dümmlicher Stein auf dem anderen gelassen. Mit Sicherheit wird auch Barth wieder die Möglichkeit nutzen, die seit Jahren verfahrene und unbefriedigende Situation auf dem Knichel zu lösen und sofort wieder seine millionenschwere 3-Feld- Sporthalle ins Spiel bringen. Auch andere, in seinem Kopf befindliche und nur schuldenfinanzierbare Großprojekte werden ans Tageslicht gelangen.

Wir glauben, dass Rewe mit seiner Planung erst einmal ein großes Fass aufgemacht hat, an dem sich der profilsüchtige Barth, ein überforderter Gemeinderat und andere lokal- und kommunalpolitischen Laienschauspieler mal so richtig austoben können. Es wird mit Sicherheit noch einiges an Schwachsinn und Unfug zu diesem Thema zu erwarten sein – und dem Forum wird der Stoff nicht ausgehen.

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