Es bleibt dabei: Noch nie hat ein ehrenamtlich tätiger Ortsbürgermeister unserer „liebens- und lebenswerten Ortsgemeinde“ mehr heiße Luft produziert, als der aktuelle Amtsinhaber Barth (CDU). Es würde den Rahmen dieses Forums sprengen, wenn wir alle Heißluftballons und leeren Versprechungen aufzählen würden, die Großsprecher und Schaumschläger Barth unmittelbar vor und nach seinem Amtsantritt vollmundig verkündet hat. Beispielhaft für das großkotzige und prahlerische Getue sollen nur zwei Beispiele erwähnt werden, die von ihm vollmundig angekündigt wurden und dann gänzlich in der Versenkung verschwanden.

Da ist einmal das von ihm schon vor Jahren groß hinausposaunte neue Verkehrs- und Parkraumkonzept für Stadecken-Elsheim. Keine Gelegenheit ließ Barth aus, um auf eines seiner wichtigsten „Projekte“ hinzuweisen. Wir alle erinnern uns, wie er schon kurz nach Amtseintritt seinen Adlatus und Beigeordneten für Bau und Verkehr, Ruf, publikumswirksam losschickte, Ortsstraßen zu begehen und Schwachstellen aufzudecken. Ergebnisse und Maßnahmen sind bis heute nicht bekannt und die Bürgerinnen & Bürger fragen sich, welchem Zweck die mit großen Brimborium durchgeführte Aktion eigentlich gedient hat.

Plötzlich gab es auch einen Studienauftrag zur Verkehrs- und Parkraumproblematik in Stadecken-Elsheim für die Hochschule Mainz. Studierende sollten sich unentgeltlich darüber Gedanken machen, wie die verkorkste Verkehrssituation in Stadecken-Elsheim verbessert werden könnte. Gedanken haben sie sich auch gemacht, doch der dann 2016 vorgelegte Bericht verschwand stillschweigend in der Versenkung und die angekündigte Bürgerversammlung zu diesem Thema fand bis heute nicht statt. Nichts ist passiert.

Zum anderen ist da das leidige Thema eines zweiten, allgemeinmedizinischen Facharztes in Stadecken-Elsheim. Während sich in den Nachbarorten die Arztpraxen sich nur so drängen, besteht in „unserer liebens- und lebenswerten Ortsgemeinde“ seit dem Weggang von Frau Dr. Geiß keine Wahlmöglichkeit mehr und es konzentriert sich alles auf die verbliebene Arztpraxis. Der, man mag es kaum glauben, stehen gleich drei zahnärztliche Praxen gegenüber.

Schon Ex-Ortsbürgermeister Müller hat sich damit gebrüstet, einen zweiten allgemeinmedizinischen Facharzt nach Stadecken-Elsheim zu holen. Und als ihm dies nicht gelungen ist, hat Barth gleich nach seiner Amtsübernahme ebenfalls kräftig auf die Pauke gehauen und beinahe wöchentlich die bevorstehende Niederlassung eines zweiten, allgemeinmedizinischen Facharztes verkündet. Mehrfach hat er mitgeteilt, dass er mit einigen Interessenten, insbesondere einem Arzt aus Hamburg, im Gespräch sei und so getan, als ob nur noch ein paar Nebensächlichkeiten zu regeln seien. Dabei hat er selbstherrlich versucht, den Eindruck zu erwecken, als ob interessierte Ärzte bei ihm Schlange ständen und die Kassenärztliche Vereinigung sehnsüchtig auf das grüne Licht von Barth warten würde.

Barth hat dann von der kassenärztlichen Vereinigung lernen müssen, dass sowohl für die allgemeine fachärztliche als auch für die hausärztliche Versorgung im Planungsbereich Mainz-Bingen eine strikte Zulassungssperre besteht. Es bleibt also in Stadecken-Elsheim weiterhin ein Ärzteengpass. Seitdem ist von Barth nichts mehr zu hören. Auch ist nichts davon zu merken, dass er den Versuch unternommen hat, den Standort Stadecken-Elsheim für einen bereits zugelassenen Arzt aus dem hiesigen Planungsbereich attraktiv zu machen. Vom Gemeinderat ist in dieser Angelegenheit ebenfalls nicht zu hören. Da wird nur noch friedfertig vor sich her geschlafen.

Es ist ärgerlich genug, dass Barth als ehrenamtlicher Ortsbürgermeister bisher nichts Substantielles auf die Reihe bekommen und das Amt nur als Sprungbrett für seine weiteren politischen Ambitionen genutzt hat. Noch ärgerlicher ist es jedoch, dass er nur den Mund voll nimmt und die Menschen mit seiner aufgesetzten Omnipotenz hinters Licht führt. Uns erinnert diese Großmannssucht an die Sage vom Junker Prahlhans, der dem König großspurig 100 Vöglein, 50 Fische und 10 Hasen versprach und, nachdem er sein Wort nicht halten konnte, zur Strafe für seine Angeberei für viele Tage in Gefängnis musste. Heute muss man zum Glück für solche Aufschneidereien nicht mehr ins Gefängnis, Großmäuler und Prahlhanse gibt es aber offensichtlich immer noch.

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