Wie von uns vorausgesagt, hat die AZ Mainz einen zweiten Reisebericht über Landrätin Dorothea Schäfer erstellt und über ihren „Antrittsbesuch bei ihrem polnischen Amtskollegen Czeslaw Bilobran, Landrat des Partnerkreises Neisse“ berichtet. Offenbar konnte sie diese Reise noch zwischen ihren Antrittsbesuch im Weißen Haus und den königlichen Empfang im Buckingham Palace schieben. Bei ihren „Amtsreisen“ zu den Führungsspitzen der wichtigsten Länder der Welt „nahm die Landrätin am Kreisfest in Neisse teil.“ Und jetzt dürfen Sie 3 Mal raten, was sie bei ihrem „Antrittsbesuch“ gemacht hat.

Richtig, sie hat „kräftig die Werbetrommel“ für die heimische Weinwirtschaft gerührt und „den Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Weine aus Mainz-Bingen“ vorgestellt. Zum Kreisfest in Neiße wollte die Landrätin nämlich den „Bürgerinnen und Bürgern unsere Besonderheiten… präsentieren“ und hat sich rhetorisch gefragt: „wie könnten wir das besser tun als mit ganz besonderen Weinen aus unserer Region?“ Und so hatte sie gleich mehrere „herausragende Weine aus den drei Mainz-Binger Anbaugebieten Rheinhessen, Mittelrhein und Nahe…im Gepäck“, und sich für die heimische „Industrie“ mächtig ins Zeug gelegt.

Neben der ausgedehnten Werbeveranstaltung für die Produkte der Mainz-Binger Winzer hat die Ländrätin noch paar erholsame Stunden am Neisser Stausee verbracht, ein Museum besichtigt und einige polnische Vereine besucht. Was sie sonst noch Produktives in Polen gemacht hat oder ob über wichtige Staatsangelegenheiten gesprochen wurde, darüber gibt es keine Informationen. Und damit der gesamte Besuch zuhause nicht als Vergnügungs- und Lustreise eingestuft wird, hat man zu Besuchsende noch ganz schnell „die Idee geboren, zum 50-jährigen Bestehen des Landkreises Mainz-Bingen 2019 mit den Landfrauen aller beteiligten Nationen eine „Europa-Tafel“ zu organisieren.“ „Eine wirklich tolle Idee“, bestätigt sich die Landrätin selbst, „mit der wir nicht nur für unsere Landkreise oder unsere Spezialitäten werben können, sondern auch unser gemeinsames Europa präsentieren werden.“

Dahinter steckt eine Politik effizienter und ausgeklügelter Wirtschaftsförderung und ihr Engagement in Polen zeugt auch davon, wie intensiv unsere Landrätin an der Erhaltung eines gemeinsamen Europas arbeitet. Keinen Zweifel lässt die Landrätin auch daran, dass die Landfrauen für Europa und die die Verwaltungsarbeit in Ingelheim eine überaus große Bedeutung haben. Zweifel bestehen allerdings daran, ob die gesamte Reise im Zusammenhang mit den Aufgaben einer Kreisverwaltung steht oder ob die Reisekosten von den Delegationsmitgliedern nicht wegen eines Sonderurlaubs aus eigener Tasche hätten bezahlt werden müssen. Dazu liegt der Kreisverwaltung Mainz-Bingen eine Anfrage vor.

Übrigens: Es wird berichtet, dass auf einer der vielen Wandtafeln im Neiße-Museum die Landrätin den Namen ihres Vater gefunden haben soll – eine Art „späte Familienzusammenführung.“ Aber an diesem Märchen hatte sogar die hofberichterstattende AZ Mainz („Nur eine Namensgleichheit?“) ihre Zweifel. Wir kennen uns zwar in der Ahnenforschung nicht so richtig aus, aber es wäre schon für den gesamten Landkreis Mainz-Binger von besonderer Wichtigkeit, wenn ein Familienmitglied von Frau Schäfer tatsächlich aus der Region um Neiße stammen würde. Dann hätte sich auch in dieser Hinsicht die Reise gelohnt.

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