Ein bisschen überrascht waren wir schon, als wir gestern um 10.59 Uhr eine E-Mail von LiStE 2014 erhielten, in der wir mit einen fröhlichen „Hallo zusammen, wir haben unsere Homepage aktualisiert. Schauen Sie doch einmal rein“ zu einem Besuch der Webseite eingeladen wurden. Sie wissen, Liste 2014 ist eine „Initiative des CDU Ortsverbandes Stadecken-Elsheim“, mit der Sie sich bei den Kommunalwahlen als Nicht-CDU-Mitglied auf die Wahlliste der CDU setzen lassen können und, bei ausreichend hohem Stimmanteil, als Gemeinderatsmitglied in der CDU-Ratsfraktion mitarbeiten dürfen. Das funktioniert prima und ist ein kommunalpolitisch ganz raffinierter Einfall, der allerdings nur in Stadecken-Elsheim Früchte trägt. Nicht zu verwechseln ist LiStE 2014 mit LiStE 2017, die ebenfalls zum Ziel hat, die Menschen in der Ortsgemeinde zum Lachen zu bringen.

Mitglied von LiStE/der CDU ist auch ein gewisser Gerhard Schön, der sich dort im Vorstand als „Mitgliedsbeauftragter…engagiert“ und sich vehement gegen den Erhalt von E-Mails des Forum Stadecken-Elsheim wehrt. Dabei sind diese E-Mails sachlich und aufschlussreich und informieren in hervorragender Weise über die politischen Ereignisse in der Ortsgemeinde. Gerhard Schön (CDU) ist jedoch, wenn er in sein Postfach schaut, völlig außer sich und droht dem Forum mit Anwälten, Abmahnungen und Unterlassungserklärungen. Dabei greift er tief in das Repertoire der juristischen Kriegsmaschinerie und lässt keine Drohgebärde aus.

Nun sind wir selbst nicht so pingelig wie das Vorstandsmitglied Walter Schön (CDU) und nehmen die unerlaubt zugesandten Werbe- und Spam-Mails seiner Partei klaglos hin. Obwohl, und das soll hier nicht verschwiegen werden, wir der festen Überzeugung sind, dass bezüglich politischer Substanz und Qualität, die plumpen Werbe-Mails der CDU den aufklärenden und analytisch bestechenden Info-Mails des Forums nicht annähernd das Wasser reichen können. In dem uns jetzt zugegangenen Spam-Mail der CDU wird lapidar nur auf die Aktualisierung der Homepage hingewiesen und auf niedrigstem Werbeniveau um „Beachtung der Veranstaltungshinweise“ gebeten. Macht man das, stehen einem allerdings die Haare zu Berge. Dort kündigt man nämlich eine Veranstaltung an, in der eine Frau Pepchinsky und eine Frau Groden-Kranich sich erst einmal darüber freuen, „mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.“ Unter dem irreführenden Motto „Politik im Hof“ soll dann in einem Weingut, wo auch sonst, die bewegende und auf den Nägeln brennende Frage beantwortet werden: „Wie wollen Frauen wohnen?“ Ja, Sie haben richtig gelesen: Es geht um die politisch hochbrisante Frage, wie Frauen wohnen möchten. Bei den Männern scheint das ja schon längst bekannt zu sein, denkt man daran, dass die Bierflasche immer in Reichweite der Fernsehcouch platziert sein muss.

Angesichts einer solch dümmlichen Nummer, die mit der „Kompetenz“ einer MdB aufgeführt wird, fasst man sich ungläubig an die Stirn und fragt sich, ob die örtliche CDU noch alle Tassen im Schrank hat und die Menschen in der Ortsgemeinde keine anderen Sorgen haben. Anders können wir uns den Schwachsinn nicht erklären. Doch wir befürchten noch Schlimmeres: Wir schließen nicht aus, dass diese „Politikreihe“ bis zu den Kommunalwahlen im kommenden Jahr fortgesetzt wird und neben den auf die Kernzielgruppe der CDU abgestimmten, üblichen Walkampfthemen wie „Testament nach dem Tod“ und „Patientenverfügung im Koma“ Themenabende feilgeboten werden, in denen beispielsweise der örtliche Beigeordnete für Bau- & Verkehr im Weingut Doll mit Erika Doll (CDU) über das Thema „Mit wem wollen Frauen wohnen?“ diskutiert oder Ortsbürgermeister Barth (CDU), natürlich mit Alleinkompetenz und ohne Gesprächspartner, im Weingut Hamm über das Thema „Wo wollen Frauen wohnen?“ doziert und aus seinem Fazit gleich die dringende Notwendigkeit der Ausweisung neuer Baugebiete ableitet.

Auf der nach oben offenen Verdummungs-Skala sind den Verblödungs- und Balla-Balla- Themen offensichtlich keine Grenzen gesetzt und es kommt mit Sicherheit noch einiges auf uns zu – darauf möchten wir unseren Kopf verwetten. Und vielleicht kommt für das Vorstandsmitglied Gerhard Schön (CDU) bald die Zeit, in der er auch gegen Spam- und Werbemails seiner eigenen Partei vorgeht und sehnsuchtsvoll auf die substantiierten und erhellenden E-Mails des Forum Stadecken-Elsheim wartet, die er heute so vehement verschmäht.

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