Es ist wissenschaftlich bewiesen (James W. Pennebaker, Texas Universität, Austin), dass der Gebrauch von Sprache und Wörtern eindeutige Rückschlüsse auf die Persönlichkeit, Einstellungen und Verhaltensweisen eines Menschen zulässt. Und wenn man in oder in der Umgebung von Stadecken-Elsheim lebt, kann diese wissenschaftliche Theorie noch um den Begriff „Geisteszustand“ erweitert werden. In seinem Bestreben, das ausgewiesene Gemeinbedarfsgebiet „Auf dem Knichel“ zweckzuentfremden und dort den Neubau eines REWE-Marktes durchzusetzen, hat sich Ortsbürgermeister Barth (CDU) im Gemeinderat zu folgender, abenteuerlichen Behauptung hinreißen lassen: „Die Firma REWE sichert schon seit Jahren die örtliche Nahversorgung im Ortsteil Stadecken mit einem Vollsortimentsmarkt und einem Getränkemarkt (…).“ Offenbar ‚„sichert“ REWE nur die Nahversorgung in Stadecken, Elsheim verhungert.

Die Aussage von Barth lässt aufhorchen und erweckt den Eindruck, dass wir der Firma REWE zu großem Dank verpflichtet seien, weil sie schon seit Jahren die Versorgung mit Lebensmittel in Stadecken sicherstellt und uns vor dem Verhungern bewahrt. Was für ein Schwachsinn! REWE gehört zur weltweit agierenden REWE-Group, die neben REWE mit Penny, nahkauf, toom, billa und dertour 2017 57,7 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat. Wer jetzt wie Barth glaubt und suggeriert, ein solcher, multinationalen Konzerns würde das hehre Ziel verfolgen, „die örtliche Nahversorgung im Ortsteil Stadecken mit einem Vollsortimentsmarkt und einem Getränkemarkt zu sichern“, der hat von den Gesetzen am Markt nicht die geringste Ahnung und vermutlich von Wirtschaft keine Ahnung. Angebot und Nachfrage sind die entscheidenden Faktoren. Die Aussage, ein auf Profit ausgerichtetes Unternehmen möchte die Versorgung sichern, treibt sogar dem hartgesottensten Verfechter einer Marktwirtschaft die Tränen in die Augen. Ein solche schwachsinnige Behauptung befindet sich normalerweise nur im Repertoire einer durchgeknallten PR- und Werbeagentur.

Einziges Ziel eines marktwirtschaftlich orientierten Unternehmens ist die Gewinn- bzw. Rendite-Maximierung. Das ist auch gut so, denn ohne dieses Ziel hätte ein Unternehmen am Markt langfristig keine Überlebenschance. Kein gewinnorientiertes Unternehmen hat das hehre Ziel, die Versorgung mit Produkten zu sichern, es sein denn, es lassen sich auch dort langfristig Profite erzielen. Wenn morgen REWE seinen profitablen Markt in Stadecken-Elsheim wider jede betriebswirtschaftliche Vernunft schließen würde, dann wäre mit Sicherheit gleich am nächsten Tag ein Konkurrent zur Stelle, um die Gewinne einzustreichen. Der Standort Stadecken-Elsheim ist für einen Lebensmittelmarkt schon ein lukrativer Standort. Und unterschwellig anzudeuten, dass im Falle einer Schließung die Versorgung der Gemeinde mit Lebensmitteln gefährdet wäre, ist schon ein dreister und dümmlicher Manipulationsversuch.

Ortsbürgermeister Barth lässt mit seiner Aussage jede gesunde Distanz zu dem Großkonzern vermissen und stellt durch Aufgabe des Gemeindebedarfsgebiets die Interessen der Menschen in der Ortsgemeinde hintenan. Man könnte sich ja noch mit seinen häufig konfusen Absichten und Ideen sachlich auseinandersetzen, wenn er nicht immer wieder den Versuch machen würde, die Leute mit seiner windigen und verschleiernden Art hinters Licht zu führen. Das ist unanständig und nicht redlich. Basierend auf der von J. P. Pennebaker entwickelten Theorie, haben die Wissenschaftler des Forum Stadecken-Elsheim Ortsbürgermeister Barth (CDU) folgende Diagnose attestiert:

Persönlichkeit: Schwach
Einstellung: Unsozial
Verhaltensweise: Perfide
Geisteszustand: Leicht verwirrt

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