Aus welch abgehobenen Holz die Mitglieder des Bauern- und Winzervereins geschnitzt sind und welch herrische Rolle sie sich in dieser Gemeinde anmaßen, hat jetzt die Reaktion des Weingutes Burghof auf einen Artikel des Forum Stadecken-Elsheim gezeigt. Unter „Neu in Stadecken-Elsheim: Die Tourismusabgabe“ haben wir in leicht ironischer Form aber absolut wahrheitsgemäß darüber berichtet, dass auf dem Buchungsportal booking.com das Weingut Burghof eine Tourismusabgabe ausgewiesen und berechnet hat, wofür es keine rechtliche Grundlage gibt. In Stadecken-Elsheim wird nämlich überhaupt keine Tourismusabgabe erhoben. Es war also nicht auszuschließen, dass das Gästehaus Burghof seine Interessenten in die Irre führt und die Abgabe selbst einsackt. Wohin hätte es sie auch abführen sollen?

Doch anstatt die durchschaubare Absicht einzugestehen oder eine glaubhafte Erklärung für den dubiosen Vorgang zu geben, wirft das Weingut Burghof dem Forum Stadecken-Elsheim erst einmal „Rufmord“ vor, der für sie auch noch „sehr geschäftsschädigend“ sei. Das ist erst einmal die diffamierende Art, wie das Gästehaus Burghof auf berechtigte und angemessene Kritik reagiert. Dabei hätte man doch angesichts der eindeutigen Faktenlage etwas vorsichtiger vorgehen sollen.

Das Weingut Burghof bestätigt die Richtigkeit unseres Artikels und behauptet nun, dass die Ausweisung einer Tourismusabgabe auf dem Buchungsportal „eine Fehleingabe von booking.com“ war und eine „Grundeinstellung, die von booking.com bei jeder Neuanmeldung automatisch erscheint.“ Weiterhin informiert das Weingut Burghof darüber, dass der angeblich von booking.com verursachte Fehler am 18.01.2018 behoben wurde und fordert ultimativ: „Wir verlangen unverzügliche Aufklärung bzw. Richtigstellung Ihrer Seite im Forum Stadecken-Elsheim“ und „bis heute Abend eine Änderung im Forum Stadecken-Elsheim.“ Das ist ein Obrigkeitsverhalten nach überkommender Gutsherrenart und unterstreicht den abgehobenen Status, den sich Mitglieder de Bauern- und Winzervereins mittlerweile in der Ortsgemeinde anmaßen. Das Forum hat deshalb höflich angefragt, ob im Burghof vielleicht eine Sicherung durchgebrannt ist.

Wir haben allerdings auch booking.com zu dem Vorgang befragt. Laut Auskunft beruhen alle veröffentlichten Portal-Informationen ausschließlich auf den Angaben, die vom Administrator der Unterkunftsanbieter auf den Eingabemasken eingegeben werden. Unautorisierte Angaben werden von booking.com nie vorgenommen und sind technisch auch nicht möglich. Es ist auch falsch, dass bei einer Neuanmeldung eine Tourismusabgabe automatisch erscheint. Eindeutig geht die Verantwortung der Unterkunftsanbieter auch aus den AGB von booking.com hervor:
„Die Informationen, die wir für die Ausführung unserer Dienstleistungen verwenden, basieren auf den Informationen, die uns von den Unterkunftsanbietern zur Verfügung gestellt werden. Die Unterkunftsanbieter haben Zugang zum Extranet und tragen somit die alleinige Verantwortung dafür, dass die Preise, die Verfügbarkeit und andere Informationen, die auf unserer Webseite aufgeführt sind, stets aktualisiert werden. Jeder Unterkunftsanbieter bleibt stets für die Genauigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der (beschreibenden) Informationen (einschließlich der Preise und Verfügbarkeiten) auf unserer Webseite verantwortlich.“

Wir möchten an dieser Stelle den Vorgang nicht weiter vertiefen. Die Tatsachen und Aussagen sprechen für sich. Was uns jedoch bitter aufstößt, ist die rüde Reaktion des Weinguts Burghof, mit der es eine sachliche Berichterstattung verhindern will. Zum Glück gibt es in diesem, Land noch die Meinungsfreiheit. Und die lassen wir uns auch vom Weingut Burghof nicht nehmen.

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