Nachdem LiStE in ihrer Wahlbroschüre das „Verbessern der innerörtlichen Parkraumsituation“ als „Erledigt“ gemeldet hat und dies u.a. mit einem „Konzept neue Friedhofszuwegung Friedhof Stadecken“ begründet hat, ist uns wieder eingefallen, dass wir uns schon 2016 und 2017 über die seltsamen Vorgänge bei der Planung der Zuwegung zum Friedhof in Stadecken und dem damit verbundenen Bebauungsplan „Auf der Höll“ wunderten. Heute wissen wir, dass eines der drei Grundstücke des Bebauungsplans, nämlich Parzelle 500/4, dem Ehemann einer Cousine von Ortsbürgermeister Barth gehört. Andernfalls hätte Barth bei der Beratung und dem Beschluss über den Bebauungsplan nicht mitwirken dürfen.

Schon damals hatten wir in dem Artikel Das stinkt zum Himmel: Gemeinde erschließt Privatgrundstück für 200.000,00 € aus der Gemeindekasse“ nachgewiesen, dass es zwischen der Neuordnung der Zuwegung und der Umwandlung des Wiesengrundstücks 500/4 in ein Bau-Mischgebiet keine erkennbare, zwingende Notwendigkeit gibt und die geplante, minimale Verlängerung und Verbreiterung des Friedhofwegs im oberen Bereich problemlos auch auf dem bestehenden Friedhofsgelände hätte vorgenommen werden können. Die Integration des Grundstücks 500/4 in den Bebauungsplan zur Realisierung einer neuen Friedhofzufahrt wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Gut, das ist Schnee von gestern und der Ehemann der Cousine von Ortsbürgermeister Barth darf sich über die Aufwertung seines Grundstücks freuen.

Auffällig ist, dass sich Ortsbürgermeister Barth in den Gemeinderatssitzungen vehement für den Bau einer neuen Friedhofszufahrt und den dadurch notwendig gewordenen Bebauungsplan eingesetzt hat. Immer wieder hat er auf die Verbindung beider Projekte hingewiesen und ausführlich erläutert, dass der Bebauungsplan notwendig und „in direktem Zusammenhang mit der Umgestaltung der Friedhofszuwegung zu sehen“ sei. Deshalb macht es uns heute umso stutziger, dass zwar der Bebauungsplan beschlossen wurde und der Ehemann der Cousine von Ortsbürgermeister Barth bereits auf seinem Grundstück baut, von der geplanten Friedhofszufahrt jedoch nichts mehr zu sehen und zu hören ist.

Die Zuwegung zum Friedhof Elsheim ist heute kein Thema mehr und völlig in der Versenkung verschwunden. Während das Projekt im Haushalt 2016 noch mit 100.000,00 € und 2017 sogar mit 200.000,00 € veranschlagt war, wurden diese Mittel schon im Nachtragshaushalt 2017 auf Null zurückgefahren. Gründe dafür sind uns keine bekannt. Sowohl im Gemeindehaushalt 2018 als auch im Haushaltsentwurf 2019 wurden dafür überhaupt keine Mittel mehr eingestellt. Das Projekt ist offensichtlich gestrichen und wird nicht mehr weiterverfolgt. Deshalb müssen wir uns heute die Frage stellen: Wozu war die Planung des neuen Zugangs zum Friedhof Stadecken eigentlich gedacht? Offensichtlich halten die seltsamen Vorgänge bei der Planung der neuen Friedhofszufahrt an.

Übrigens: Das Grundstück des Ehemanns der Cousine von Ortsbürgermeister Barth ist bis heute nicht verkehrstechnisch erschlossen.

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