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Wenn man sich einmal vor Augen halt, welche Bedeutung die Verschönerung der Weidenbornquelle im Gemeinderat und in der Berichterstattung des Ortsbürgermeisters Barth CDU) hat, könnte man beinahe den Eindruck gewinnen, als ob es sich um das größte und bedeutendste Projekt in der Geschichte der Ortsgemeinde handeln würde. Nun ist grundsätzlich gegen eine schöne Quellen-Anlage nichts einzuwenden. Wenn diese jedoch bei der Einweihung zu einem „lokalen Jahrhundertereignis“ und touristischen Höhepunkt hochgejubelt wird, dann sollte man sich schon einmal fragen, ob hier noch die Kirche im Dorf gelassen wird. Und wenn dabei von Ortsbürgermeister Barth (CDU) noch alle nicht-ortsansässigen Firmen diskreditiert werden, dann ist das als Peinlichkeit kaum noch zu übertreffen.

Denn bei der Einweihungsfeier am 14.05.2019 erfreute sich der Ortsbürgermeister Barth besonders daran, „dass ausschließlich örtliche Firmen mitgewirkt haben und die vollständige Maßnahme in weniger als 3 Monaten umgesetzt wurde“, Überraschenderweise fügte er dann noch an: „‚Es braucht keinen Beweis mehr zu zeigen, dass dort, wo die Gemeinde alleine wirken kann, Projekte auch zügig fertig werden'“. Das ist schon ein starker Tobak.

Barth betont ausdrücklich, dass an den Arbeiten „ausschließlich örtliche Firmen mitgewirkt haben (…)“ und bezeichnet eine solche Situation im selben Satz mit „wo die Gemeinde alleine wirken kann.“ Barth gibt damit zum Ausdruck, dass die Gemeinde bei einer Auftragsvergabe an ortsansässige Firmen eine größere Einwirkungsmöglichkeit hätte, damit „Projekte auch zügig fertig werden.“ Offensichtlich war Barth von den Einweihungsfeierlichkeiten so übermannt, dass er sich nach der etwas schrägen Formulierung „Es braucht keinen Beweis mehr zu zeigen (…)“ noch zu einer weiteren Verunglimpfung hinreißen ließ: „Das ist bei Maßnahmen, die die Gemeinde nicht ausschließlich verantwortet, leider nicht der Fall.“

Sinngemäß behauptet Ortsbürgermeister Barth damit, dass nur durch die Auftragsvergabe an ortsansässige Firmen gewährleistet ist, dass Gemeindeprojekte zügig durchgeführt werden können, während bei der Auftragsvergabe an nicht-ortsansässigen Firmen, Betriebe und Unternehmen, dies nicht gewährleistet ist. Das ist Diskreditierung der aller übelsten Sorte, und man muss sich die Frage stellen, ob der forsche Ortsbürgermeister mit diesen Äußerungen nicht schon den Straftatbestand der Verleumdung erfüllt hat Zumindest sollt er sich im Wahlkreis bei allen nicht-örtlichen Firmen, Betrieben und Unternehmen keine Freunde gemacht haben.

Was Barth zu seinen diskreditieren Äußerungen bewogen hat, wissen wir nicht. Vielleicht ist seine eigene Art, lokale Wirtschaftsförderung zu betreiben. Jedoch könnten wir uns auch vorstellen, dass er damit zukünftige Entscheidungen des Gemeinderates bei der Auftragsvergabe von Gemeindeprojekten zugunsten ortsansässiger Unternehmen beeinflussen möchte.

Übrigens, mit der „Zügigkeit“ der ortsansässigen Firmen scheint es doch nicht so weit her zu sein. Am 02.11.2018 hat Barth groß verkündet, dass „Die Umsetzung der Maßnahme (…) ca. 4 Wochen in Anspruch nehmen“ würde. Jetzt räumt er ein, dass „die vollständige Maßnahme in weniger als 3 Monaten umgesetzt wurde“ – die ortsansässigen Firmen also ca. 12 Wochen und ca. 3 Mal solange wie geplant benötigt haben.

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