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Wenn man sich einmal vor Augen hält, dass die sogenannten „Volksparteien“ CDU und SPD bei der gestrigen Gemeinderatswahl zusammen knapp über 81% aller Stimmen erhielten, ist das ein absoluter Anachronismus und zeigt, dass offensichtlich in Stadecken-Elsheim die Uhren anders ticken. Anders gesagt, man könnte auch von einem politischen Stillstand oder einer lähmenden Verkrustung der Parteienlandschaft sprechen, wenn man beobachtet, dass der Anteil dieser Parteien in den anderen Orten der Verbandsgemeinde und im Kreis durchschnittlich nur zwischen 62 und 68 % liegt.

Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass Parteien wie Grüne/Bündnis 90 und FWG, die teilweise sprunghaft ihre Anteile steigern konnten, im Gemeinderat von Stadecken-Elsheim bisher überhaupt nicht, oder nur marginal vertreten sind. Angesichts ihrer Erfolge in anderen Orten ist die Steigerung bei der FWG von 4,5 % und um einen Gemeinderatssitz nicht gerade herausragend. Spannend wäre es gewesen, wenn sich auch die Grünen/Bündnis 90 in Stadecken-Elsheim zur Wahl gestellt und die FWG eine klare Alternative aufgezeigt und sich nicht als Büttel der CDU-Fraktion und ihres Ortsbürgermeisters erwiesen hätte.

Angesichts der teilweise herben Einbußen der SPD in den Kommunen, den VG, in den Kreisen und bei den Europawahlen, wird die SPD den Stimmenverlust von nur -2,7% als vollen Erfolg verbuchen, zumal sie mit 9 Gemeinderatssitzen dennoch stärkste Partei geblieben ist. Die CDU hat dagegen mit -3,7% sogar einen Sitz verloren und eine schwere Schlappe erlitten. Vielleicht sollte sie sich einmal hinterfragen, ob sich das verdummende Wahl-Spielchen mit LiStE und ihre einseitige Politik für die Interessen des Bauern- und Winzervereins auszahlen und nützlich sind.

Hochmut kommt vor den Fall: Wenn man sich daran erinnert, mit welcher Borniertheit vor der Wahl aus dem Umfeld des Ortsbürgermeisters eine Stichwahl ausgeschlossen und der Wahlsieg von Barth beinahe schon abgehakt wurde, dann muss die jetzige Ausgangslage für die in 3 Wochen stattfindende Stichwahl als Erfolg für den SPD-Kandidaten Krützfeld, ja, und als Achtungserfolg der Kandidaten Horst und Strutz gewertet werden. Nicht umsonst haben sich diese Bewerber bei ihrer Kandidatur gegen den aktuellen Amtsinhaber positioniert. Mittlerweile stehen auch viele Bürgerinnen & Bürger dem Engagement und der Kompetenz von Ortsbürgermeister Barth (CDU) kritisch gegenüber und lassen sich durch leere Versprechungen und vollmundige Ankündigungen nicht mehr hinters Licht führen. Jetzt liegt an den FDP- und FWG-Wählern, ihr Kreuzchen bei der Stichwahl in 3 Wochen an der richtigen stelle zu machen und zu zeigen, dass man zum Wandel fähig ist und für eine bessere Lösung sorgen kann.

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