SPD-Ortsverein in Schockstarre – Keine Regung mehr.

Medizinisch gesehen dauert eine Schockstarre nicht länger als drei Sekunden. Beim SPD-Ortsverein Stadecken-Elsheim hält dieser Zustand jedoch schon seit beinahe 3 Wochen an und es ist nicht zu erkennen, dass sich daran was ändert. Über drei Monate hinweg hat der Ortsverein auf seiner Facebook-Seite artig und solidarisch die Kandidatur des SPD Kandidaten Barbaro für das Landratsamt unterstützt und kräftig die Werbetrommel gerührt, ist dann aber am 25.06.2017 plötzlich in eine Schockstarre gefallen und hat seitdem keine Regung mehr gezeig.


Jeder Besuch, auch wenn sich der Kandidat nur im Vorbeigehen bei einer lokalen Veranstaltung hat blicken lassen, wurde zuvor ausgiebig gefeiert und die Parteifreunde drückten fleißig den Gefällt-mir-Button 👍. Kein noch so nichtiges Ereignis, bei dem der Kandidat nicht in Wort und Bild dabei war und über das auf der Facebook-Seite nicht ausführlich berichtet wurde. Sogar noch am Tag vor der Stichwahl wurden die Menschen auf Facebook zur Teilnahme am Boule-Abend, neben dem Kartoffelfest die stärkste politische Waffe des Ortsvereins, aufgefordert und zur Stimmabgabe für den SPD-Kandidaten animiert.

Am 25.06.2017 war dann plötzlich Schluss. Keine Regung mehr. Die Schockstarre, eine „durch Bestürzung, Erschütterung hervorgerufene Passivität“ und ein „Zustand starrer Bewegungslosigkeit“, trat ein. Seitdem gibt es auf Facebook vom Ortsverein nichts mehr Neues zu lesen, zu hören oder zu sehen. Geradeso, als ob Mark Zuckerberg höchstpersönlich den Stecker gezogen hätte.

Eine ruckartige Leere tat sich auf. Kein mitleidheischendes Eingeständnis der Niederlage, keine Gratulations-Heuchelei für die Siegerin, kein Dank für die aufopferungsvolle Arbeit der Parteigenossen und, was uns am meisten aufstößt, noch nicht einmal ein Dankeschön an die vielen Menschen, die dem Kandidaten Barbaro ihr Vertrauen geschenkt und ihre Stimme gegeben haben. Einfach nichts. Dabei hätte man doch bei den letzten 3 Landtagswahlen von den Parteigrößen lernen können, wie man professionell und souverän mit Niederlagen umgeht und sie schönredet. Und wenn man bedenkt, was der SPD in diesem Jahr mit Schulz noch so alles bevorsteht, dann ist es höchste Zeit, dass sich auch der SPD-Ortsverein das routinierte Niederlagen-Repertoire und Verdrossenheits-Geschwafel der Parteigrößen schnellstens aneignet.

Beinahe hätten wir’s vergessen: Am 26. Juni um 23:52 hat die SPD Stadecken-Elsheim ihr Titelbild auf Facebook aktualisiert. Sie überrascht jetzt ihre Besucher mit dem heimatverbundenen und vielsagenden Foto eines Rebstocks. Wir wissen aus der intensiven Lektüre von Frauenzeitschriften, dass sich Menschen nach einer schmerzhaften Trennung oder nach einem schweren Schicksalsschlag häufig eine neue Frisur zulegen, um schneller über den Schmerz hinwegzukommen. Als geschulte Hobby-Psychologen schließen wir aus dieser wissenschaftlich erwiesenen Erkenntnis, dass stellvertretend für eine neue Frisur bei der SPD das neue Facebook-Titelbild geändert wurde, um den Schmerz zu lindern. Denn ab Oktober werden wahrscheinlich die Fördermittel des Landkreises nicht mehr nach SPD-, sondern nach CDU-(Zuge)hörigkeit an die Gemeinden verteilt. Zumindest stehen die Futtertröge weiter rechts.

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