Den Vogel im allgemeinen Chaos bei der Planung der Umgehungsstraßen hat zweifellos wieder einmal Ortsbürgermeister Barth abgeschossen. Blauäugig und naiv hat der Trittbrettfahrer bereits am 13.12.2017 mit einer Anfrage zu den gemessenen Stickstoffdioxinwerten in Stadecken-Elsheim der Landesregierung eine willkommene Steilvorlage geliefert und die zwei folgenden, saudämlichen Fragen gestellt: „1. Wie beurteilt die Landesregierung den o. g. Befund?“ (das Messergebnis in der Mainzer Straße, die Red.) und „2. Welche Schlüsse zieht die Landesregierung aus dem o. g. Befund?“ Dümmer geht’s eigentlich nimmer.

Die Landesregierung hat dann auch prompt und dankend die Barth’sche Steilvorlage angenommen und verwandelt. In ihrer Antwort zu Frage 1. hat sie, wie nicht anders zu erwarten, erst einmal die Messergebnisse des SWR angezweifelt und mitgeteilt, „dass erhebliche Bedenken bestehen, ob wesentliche Aspekte eines richt-linienkonformen Messkonzeptes erfüllt wurden.“ Damit lässt sie sich erst einmal geschickt alle Türchen und die Möglichkeit offen, gegebenenfalls die Dringlichkeit der vorgesehenen Maßnahmen in Zweifel zu ziehen. Zu Frage 2. teilt sie dann lapidar mit: „Die Landesregierung nimmt die Besorgnisse und Befürchtungen sowie den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf die Einhaltung der lufthygienischen Grenzwerte sehr ernst.“ Auch diese Antwort war vorhersehbar.

Treffsicherer und süffisanter hätte man den einfältigen Fragesteller und Landtags-Azubi nicht abwatschen können. Aber was bezweckt Barth eigentlich mit solch flachsinnigen und belanglosen Fragen? Möchte er eine Diskussion über die Qualität der Messwerte vom Zaun brechen und das Planungsvorhaben verzögern? Das ist noch nicht einmal die Absicht des Verkehrsministeriums. Oder glaubt er allen Ernstes, die Landesregierung zu der Aussage verleiten zu können, dass Sie die Besorgnisse und Befürchtungen der Bürgerinnen und Bürger nicht ernstnähme? Nein, es gibt für diese stümperhafte und dilettantische Vorgehensweise eigentliche keine vernünftige Erklärung, es sei denn, Barth versucht gemeinsam mit seinen Freunden aus dem Bauern- und Winzerverein das Projekt zu hintertreiben oder sich wieder einmal wichtigtuerisch und aufblasend ins Gespräch zu bringen.

Auch seine Anfrage zur Priorisierung vom 18.01.2018 lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Barth’schen Engagements aufkommen. Selbstverständlich ist es erlaubt, zu fragen, an welcher Stelle der Prioritätenliste Stadecken-Elsheim einmal stehen wird und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Aber erst einmal muss man doch seine Hausaufgaben machen, um beim Bau der geplanten Umgehungsstraßen berücksichtigt zu werden. Das ist bis heute noch nicht geschehen. Noch immer fehlen die von der Landesregierung angeforderten Gemeinderatsbeschlüsse zu den Umgehungsvarianten und die Beschlüsse des Rats zur Erstellung neuer Gutachten. Unter diesen Voraussetzungen zu fragen, wann man endlich an die Reihe kommt, ist schon recht verwegen und abenteuerlich. Barth kommt uns vor wie der Teilnehmer an einem Gewinnspiel, der noch nicht einmal die Teilnahmebedingungen erfüllt hat aber schon jetzt wissen möchte, wie hoch seine Gewinnaussichten sind. So zäumt man Pferde von hinten auf und verpasst letztendlich die Teilnahme am Wettbewerb.

Gut, wir gehen davon aus, dass Barth wegen seines aufgeplusterten und großtuerischen Gehabes schon jetzt von der Landesregierung nicht mehr ernstgenommen wird. Letztendlich wäre das sein persönliches Problem. Es ist jedoch zu befürchten, dass durch seine stümperhafte und inkompetente Vorgehensweise die Interessen der Ortsgemeinde nicht mehr glaubwürdig vertreten werden und Stadecken-Elsheim im kommunalen Wettbewerb unter die Räder gerät. Das ist die eigentliche Gefahr, die von diesem Ortsbürgermeister ausgeht.

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