Üblicherweise wird diese Frage immer dann gestellt, wenn jemand seit längerem in der Versenkung verschwunden ist, der zuvor in der einen oder anderen Art und Weise schon mal aufgefallen ist, und von dem jetzt aber nichts mehr zu hören oder zu sehen ist. Dies trifft allerdings auf Ortsbürgermeister nur zur Hälfte zu. Während Thomas B. als Halbtagsbeschäftigter im Landtag tagaus und tagein die politische Landschaft „umpflügt“, ist er als Ortsbürgermeister Barth von Stadecken-Elsheim völlig untergetaucht und hat seit Wochen kaum noch etwas von sich hören lassen. Da stellt man die niederen Gemeindeangelegenheiten eben mal hinten an.

Dagegen kann man auf dem Facebook Account von Thomas B. stündlich und beinahe live miterleben, was für ein aufregendes und abenteuerliches Leben der „cool aussehende“ Jungpolitiker führt. Tag und Nacht ist er unterwegs, und lässt dabei im Umkreis von 50 Kilometern keine Veranstaltung aus, auf der er sich nicht ins Bild und in den Vordergrund drängt. Besonders wild ging es in der Fastnachtszeit zu – 24 Posts!! -, wo er von einer Fastnachtssitzung zur anderen hetzte und mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kostüme überraschte und in die Selfies lächelte. Besonders gerne nimmt er auch an den vielen CDU-Veranstaltungen teil, wo er sich im Glanz der Parteispitze sonnt und eifrig an politisch nützlichen Seilschaften bastelt. Zwischendurch hat er dann noch einmal schnell sein Mandat missbraucht, um VG-Bürgermeister in Missskredit zu bringen und seinen Parteifreund und den CDU-Kandidaten Kneib im Wahlkampf zu unterstützen.

Thomas B. hat in seinem ersten Lehrhalbjahr fast alle Polizeidienststellen in Rheinhessen besucht und kennt die meisten der dort diensttuenden Beamten beinahe persönlich. Dabei wird er immer „freundlich empfangen“, wo hingegen er sich immer artig für die „interessanten“ und „anregenden“ Gespräche bedankt. Von der Zwergschule bis zur berufsbilden Oberschule lässt er kaum eine Bildungsinstitution aus, die nicht rechtzeitig vor ihm ihre Tore verschließt. Trotzdem wird er immer freundlich empfangen und bedankt sich nachher immer für die „interessanten“ und „anregenden“ Gespräche.

Einmal hat Barth sogar zu zwei Anträgen anderer Parteien im Landtag Stellung nehmen dürfen. Mit drei aufeinander folgenden Posts – „morgen halte ich meine erste Rede“„Meine ersten beiden Reden heute im Landtag“„Gestern meine 1. Reden im Landtag gehalten“ – feiert sich der Hinterbänkler selbst und stellt gleich noch 2 Videos und ein Foto von seiner kurzen Stellungnahme ein. Überhaupt scheint der Landtag die liebste Spielwiese von Thomas B. zu sein, über die er fleißig postet und Fotos einstellt. In der kurzen Zeit seiner Mitgliedschaft hat er bereits 17 sogenannte „kleine“ Anfragen an die Landesregierung gestellt – gleich 5 Stück an einem einzigen Tag, was sicherlich in der Verwaltung zu mehr als einem großen Kopfschütteln geführt hat. Vom „Schreiben nach Gehör“ über die „Mietkosten Außenstelle des Mainzer Studienseminars“ bis hin zu den „Bambini-Feuerwehren“ lässt Wichtigtuer B. keine Nichtigkeit aus, um sich aufzublasen und in Szene zu setzen. Es wird, so sieht es aus, kein noch so dünnes Rinnsal in Rheinhessen über die Ufer treten, ohne dass Thomas B. dies nicht zum Anlass nimmt, eine weitere kleine Anfrage zu stellen und die Landesregierung mit Fragen zum Hochwasserschutz und zu Evakuierungsplänen zu nerven.

Ganz anders sieht es dann bei seiner Tätigkeit als Ortsbürgermeister aus. Dass auf der Webseite der Gemeinderverwaltung seit beinahe 2 Monaten unter „Aktuelles“ als wichtige Mitteilung das Auffinden einer Versicherungskarte steht – „Es wurde eine Krankenversichertenkarte der IKK Südwest im Rathaus von Stadecken-Elsheim abgegeben“ – sagt eigentlich alles und kommt nicht von ungefähr. Barth ist von der Bildfläche verschwunden und die wichtigen Gemeindeprojekte kommen nicht voran. Eine solche Situation haben wir seit Langem vorausgesagt und sie macht eins deutlich: Barth war nie an der Tatigkeit des Ortsbürgermeisters – sieht man einmal von der monatlichen Aufwandsentschädigung von 2.000,00 € ab – ernsthaft interessiert, sondern hat dieses Amt nur als Sprungbrett für seine weiteren, politischen Ambitionen betrachtet. Daraus lässt sich mit Sicherheit auch die katastrophale Bilanz seiner bisherigen Amtszeit ableiten.

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