Nein, die Kampagne hat zwar schon begonnen, aber „Die Weinheiligen“ sind kein neues Fastnachts-Duo, das demnächst bei „Mainz wie es singt und lacht“ in die Bütt steigt. „Die Weinheiligen“ sind ein neuer Verein, der in Stadecken-Elsheim dazu beitragen möchte, „die Dorfgemeinschaft zu stärken, die Kultur zu fördern, Traditionen am Leben zu erhalten und dabei auch noch Gutes zu tun.“ Das alles haben sich „Die Weinheiligen“ vorgenommen, deren Name nach eigenen Angaben „viel mit Wein, aber konkret nichts mit Heiligen zu tun (hat): ‚Der hat uns spontan gefallen.'“ Ja, so ist das mit der Spontaneität: Man denkt einmal nicht nach, und schon kommt solch ein Schwachsinn heraus. Und warum der Name „viel mit Wein, aber konkret nichts mit Heiligen zu tun“ hat, leuchtet uns auch nicht ein.

Auf 3 Veranstaltungen im Jahr wollen sich die „Die Weinheiligen“ konzentrieren, um „die Dorfgemeinschaft zu stärken, die Kultur zu fördern, Traditionen am Leben zu erhalten und dabei auch noch Gutes zu tun.“ Da ist erstens das traditionelle „Rheinhessische Oktoberfest“, das seit 2 Jahren in einem ausgewählten Weingut stattfindet und mit Brezeln und einer bayrischen Maß das 400-jährige „Brauchtum“ in unserem Weindorf am Leben erhält. Weiter geht’s an Fastnacht mit „der beliebten Altweiberdisco“, die auch schon seit gefühlten 100 Jahren in Stadecken-Elsheim stattfindet und damit einen wesentlichen Teil zur Kulturförderung beiträgt. Zur Stärkung der Dorfgemeinschaft dient dann der 3-tägige „Grand Prix“, eine kommerzielle Veranstaltung, bei der seit 8 Jahren nur ortsfremdes Publikum und kein einziger Stadecken-Elsheimer mehr gesichtet wurde. So viel zur Stärkung der Dorfgemeinschaft, Kultur und Tradition. 

Nun werden sich viele Menschen fragen: Braucht Stadecken-Elsheim überhaupt einen solchen Verein? Warum musste ein Gesangverein wie der Evangelischen Kirchenchor Stadecken sterben, und warum muss dafür ein solch seltsamer Zirkel wie „Die Weinheiligen“ das Licht der Welt erblicken? Vielleicht hat es  etwas damit zu tun, dass sich mit Ortsbürgermeister Barth (CDU) im „Vorstandstrio“  auch ein Mann befindet, der schon mit anderen konfusen Ideen für viel Verwirrung und Kopfschütteln gesorgt hat. Insofern überrascht nichts. Man hat außerdem den Eindruck, dass Barth als Mittelsmann des Bauern- und Winzervereins in den Vorstand gehievt wurde, um die Durchsetzung der Interessen dieses Vereins sicherzustellen. Die Veranstaltungen finden ja bereits überwiegend bei den örtlichen Winzern statt.

Nachdenklich macht auch die Tatsache, dass der Aspekt des Gemeinwohls und der Spendenabsicht so stark betont wird. Man kann sicherlich „Gut feiern und Gutes tun“, damit „die Menschen sich wohlfühlen in unserem Dorf, Freude an ihrem schönen Zuhause haben.“ Es wäre jedoch transparenter und glaubhafter, wenn „Die Weinheiligen“ sich ihre Gemeinnützigkeit bescheinigen ließen und einen ordentlichen Rechenschafts- und Kassenbericht vorlegen würden. Ansonsten wäre es angebrachter, einen Gewerbeschein zu beantragen.

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