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Es ist schon mehr als bedenklich, wie sich Ortsbürgermeister Barth (CDU) das Projekt Umgehungsstraßen zu eigen macht und sich in den Vordergrund spielt. Für uns zeichnen sich da schon erste Anzeichen einer schweren Krankheit ab: Melagonomie. Ein Rundschreiben des Verkehrsministeriums, das an alle Ortsbürgermeister gerichtet ist, deren Gemeinden auf der Prioritätenliste für zukünftige Straßenneubaumaßnahmen stehen, und nur darüber informiert, dass die Projektplanung wie vorgesehen fortgesetzt wird, hat Barth zur unerträglichen Selbstdarstellung auf der Internetseite der Gemeinde eingestellt und dabei so getan, als ob es sich um die wichtigste Neuigkeit der vergangenen Jahrzehnte handele und das Projekt ausschließlich durch seine Tatkraft und sein unermüdliches Engagement vorankomme.

Bedeutungsvoll fabuliert Barth, dass sich die „Zeitschiene zur Umgehungsstraße konkretisiert“, und man hat den Eindruck, dass er es kaum noch erwarten kann, sich auf die nächste Planierraupe zu setzen, um mit den notwendigen Verschiebungen des Erdreichs für ein Projekt zu beginnen, dessen Baubeginn allerdings erst in 15 Jahren geplant ist. Selten gab es eine so überflüssige Wasserstandsmeldung.

Noch peinlicher ist allerdings die Tatsache, dass er versucht, anzudeuten, der Verkehrsminister hätte sich in dem Schreiben persönlich an ihn gewandt und ihn um Kooperation und Mithilfe bei der Umsetzung des Projekts gebeten. Diesen, von ihm selbst erweckten Eindruck, nimmt er dann ungeniert zum Anlass, um großspurig und wohlwollend seine Unterstützung und Mitwirkung zuzusagen: „Wir werden als Ortsgemeinde unsere Hausaufgaben machen und alles tun, um den Planungsprozess proaktiv mitzugehen.“ Gut, man kann eine solche Anbiederung auch als schulbubenhaft bezeichnen, aber wohlgemerkt, hier spricht ein Mann, der als CDU-Fraktionsvorsitzender und Ortsbürgermeister über Jahre hinweg das Projekt total ignoriert, wenn nicht sogar blockiert hat. Erst durch die Aktionen der Bürgerinitiative Umgehungsstraßen Stadecken-Elsheim und das Engagement der SPD ist Barth aufgewacht, um als Trittbrettfahrer noch schnell auf den fahrenden Zug aufzuspringen, der ansonsten ohne ihn vorbeigrast wäre. Wir dürfen sicher sein, dass es noch vor den Kommunalwahlen einen Brandbrief an das Verkehrsministerium gibt, in dem Barth ein schnelleres Vorgehen beim Bau der Umgehungsstraßen anmahnt, um Aktivität vorzutäuschen. Das hat Methode bei ihm.

Ohne dass es auch nur ansatzweise aus dem Schreiben hervorgeht, schwadroniert er weiter und interpretiert er das Schreiben des Ministeriums und schwadroniert, „dass (…) es laut Ministerium unser gemeinsamer Job (ist), Projekte heute auf den Weg zu bringen, um Planungsvorrat für die Zukunft zu schaffen.“ Und um der Bedeutung seiner selbst formulierten Phrase Nachhalt zu verleihen, will er sich dieser Plattheit auch noch „vollumfänglich anschließen.“  Da versucht einer, sich durch das Anführen von Gemeinsamkeit auf die hohe, ministerielle Ebene zu begeben und die Wichtigkeit seiner eigenen Person herauszustreichen.

Plötzlich spielt der allseits bekannte Egomane Selbstdarsteller sogar den Teamplayer: „Den örtlichen Arbeitskreis habe ich umgehend nach Erhalt des Schreibens informiert“, und tut so, als ob er mit dieser Meldung nicht hätte eine einzige Stunde warten wollen, um ein Gremium zu informieren, das in einer Gemeindeverwaltung überhaupt keine Rolle spielt. Und plötzlich gibt der allseits bekannte Egomane und Selbstdarsteller Barth auch den Teamplayer, um hochnäsig und arrogant anzudeuten, dass das Verkehrsministerium auf die Mitarbeit und Unterstützung des Lokalpolitikers angewiesen ist: „Es ist gut zu lesen, dass sich das Ministerium auf unser Engagement freut.“  Wenn Barth keine Umgehungsstraße will, dann braucht er auch nicht mitzuarbeiten. Danach verfällt er wieder in seinen egomanischen Trott und verkündet großkotzig und überheblich: „Die bisherige Arbeit in dem überparteilichen und multiinteressengelagerten Gremium werde ich daher fortführen, um den weiteren Planungsprozess konstruktiv zu begleiten“, und deutet unbewusst damit an, dass er den „multiinteressengelagerten“ Arbeitskreis sowieso nicht ernst nimmt.

Die Selbstherrlichkeit und Wichtigtuerei von Barth ist mittlerweile kaum noch zu ertragen. Ein Ortsbürgermeister, der sich unbegründet so hemmungslos und egoistisch in den Vordergrund spielt, verliert nicht nur die Sympathie, sondern auch das Vertrauen der Menschen in der Ortsgemeinde, insbesondere dann, wenn er durch Wortmüll und Phrasen nur noch von seinem Versagen und seiner Untätigkeit ablenken will. Wir sind mittlerweile der Meinung, dass dieses Verhalten langsame krankhafte Züge annimmt. In der Medizin nennt man diese Krankheit Größenwahn oder Melagonomie, eine Wahnvorstellung mit übersteigerter Geltungssuchtnicht begründeter Selbstüberschätzung und Selbsterhöhung von Kraft, Fähigkeit, Begabung und einer Überbewertung des eigenen Könnens und eigener Kompetenzen, eine Krankheit, die dringend behandelt werden muss.

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