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Nachdem schon die beabsichtigte Kandidatur von Thomas Barth (CDU) zur Ortsbürgermeisterwahl bei vielen Bürgerinnen & Bürgern einen Schockzustand ausgelöst hat, müssen die Menschen in der Gemeinde jetzt noch einem weiteren Schlag einstecken: Mit Erika Doll, Timo Eppelmann, Stephan Glöckner, Alexandra Stabel, Ellen Willersinn und Stephanie Cramer stehen auf der CDU-Wahlliste gleich wieder sechs Kandidaten (schließt Kandidatinnen mit ein), die dem örtlichen Bauern- und Winzerverein angehören. Der Schock ist groß. Da hilft es auch nicht, dass zur Vorstellung der Kandidaten in der Selztalhalle Starkbier angezapft werden soll.

Nun sagt eine Liste und die Platzierung der Kandidaten noch nichts über die Wahlchancen aus – es zählen für die Wahl zum Gemeinderatsmitglied nur die direkt auf den Kandidaten angefallenen Stimmen und der prozentuale Anteil der jeweiligen Partei oder Wählergruppe am Gesamtwahlergebnis -, die vorgelegte Namensliste macht jedoch eines deutlich: Die örtliche CDU ist fest in der Hand des Bauern- und Winzervereins. Wenn in einer geheimen Kandidatenwahl insgesamt 6 Mitglieder des Bauern- und Winzervereins gewählt werden, 5 davon unter den ersten Zehn, dann weiß man, wer in der CDU das Sagen hat und wessen Interessen vertreten werden. Die CDU, so kristallisiert es sich langsam heraus, ist der Wahlverein des hiesigen Bauern- und Winzervereins.

Wie bei jeder anderen Wahl, verhält sich das Forum Stadecken-Elsheim auch bei den diesjährigen Kommunalwahlen neutral und spricht sich weder für die eine noch für die andere Partei oder Wählergruppe aus. Das soll uns jedoch nicht daran hindern, auf eine wiederkehrende und drohende Gefahr hinzuweisen.

Es ist für eine demokratisch orientierte Gesellschaftsform von besonderer Wichtigkeit, dass die frei gewählten, politischen Organe in ihrer Zusammensetzung möglichst dem repräsentativen Durchschnitt der Gesamtbevölkerung entsprechen und nicht von einer einzelnen Interessen- oder Berufsgruppe dominiert werden. Es besteht dann die Gefahr, dass diese Gruppe einseitig ihre „Machtposition“ ausnutzt und nicht mehr die Interessen der Allgemeinheit wahrnimmt. Genau das war, und ist in Stadecken-Elsheim der Fall.

Seit Jahrzehnten dominiert der Bauern- und Winzerverein die CDU-Fraktion im Gemeinderat von Stadecken-Elsheim. Aktuell gehören gleich 2/3 der CDU-Fraktion dieser Berufsgruppe an und stellen sogar in einer sogenannten „Doppelspitze“ Vorsitzende und Vorsitzenden. Im Gemeinderat ist der Bauern- und Winzerverein mit über einem Drittel vertreten, und wird dabei noch von einem CDU-Gemeinderatsvorsitzenden unterstützt, der sich als Handlanger und willfähriger Interessenvertreter erwiesen hat.

Die Mitglieder dieses Vereins betreiben im Gemeinderat eine seit Jahren einseitige und überwiegen auf die Durchsetzung der Interessen Ihres Berufsstandes orientierte Politik. Wenn Sie mit dieser Situation nicht mehr einverstanden sind, wenn Sie möchten, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr von einer kleinen Minderheit gegängelt wird, wenn sie wollen, dass den Mitgliedern des Bauern- und Winzervereins keine Privilegien und Sonderrecht mehr eingeräumt werden, wenn Sie wollen, dass die Interessen der Allgemeinheit wieder in den  Vordergrund gestellt werden und wenn Sie mverlangen, dass in Stadecken-Elsheim wieder eine nach vorn und nicht nach rückwärts gewandte  Politik gemacht wird, dann machen Sie Ihr Kreuzchen am 26. Mai an der richtigen Stelle. Wählen Sie auf jeden Fall keinen Kandidaten, der dem Bauern- und Winzerverein angehört.

 

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