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Irgendwie ist es immer dieselbe Masche: Vor den Wahlen werden von den großen und kleinen Politikerinnen/n vollmundig und großspurig Vorhaben und Projekte angekündigt, die nach den Wahlen schnell wieder in der Versenkung verschwinden und nie, wie hoch und heilig versprochen, angegangen werden. Kurz vor den nächsten Wahlen – man will ja schließlich wiedergewählt werden und Tatkraft beweisen – werden diese Versprechungen wieder ausgegraben und der Bevölkerung als neue, vorrangig zu bewältigende und wichtige Aufgaben „verkauft“, obwohl man in der aktuellen Wahlperiode nichts dafür getan hat. „Vorhaben- oder Projektrecycling“ könnte man so etwas nennen, und Ortsbürgermeister Barth (CDU) ist ein wahrer Meister in diesem Fach.

Wer vollmundig und großtuerisch Vorhaben und Projekte ankündigt, anschließend die Hände in den Schoß legt und keinen Finger krumm macht, der lässt erst einmal Zweifel an seinem Engagement und an seinen Fähigkeiten aufkommen. Wer aber dann noch die Chuzpe besitzt, das eigene Versagen und die nicht angegangenen Probleme als neue Herausforderung zu „verkaufen,“  dem ist nicht nur der Vorwurf der politischen Trickserei zu machen, sondern der betreibt auch auf übelste Weise Augenwischerei und  Verdummung. Das Ganze gleicht einem billigen Hütchenspiel, bei dem nach allerlei Getue und Geschiebe unter den drei Nussschalen nichts herauskommt. Mogelpackung sagt man auch dazu.

Nehmen Sie nur die marode Immobilie am Dorfplatz in Elsheim. Mit den abenteuerlichsten Begründungen hat die Gemeinde mit Ex-Bürgermeister Müller 2013 die ehemalige Gaststätte für über 350.000 € gekauft, um dann, nach relativ kurzer Zeit, festzustellen, dass sie mit der Immobilie nichts anzufangen weiß und sie wieder loswerden möchte. Seit fünf Jahren hat sich Ortsbürgermeister Barth (CDU) den Verkauf des Hauses auf die Fahne geschrieben und den Menschen vorgegaukelt, dass sich ein potentieller Käufer nach dem anderen im Rathaus die Klinke in die Hand gegeben hätte. Die Immobile ist bis heute noch nicht verkauft. Und plötzlich, nach Jahren der Untätigkeit und nicht zufällig vor den Kommunalwahlen, zaubert er eine neue Variante aus dem Hut und versucht wieder abzulenken: „Wir möchten das Gebäude reaktivieren – ideal wäre Gastronomie.“ Dazu fällt einem nichts mehr ein.

Nehmen Sie die versprochene zweite, allgemeinmedizinische Arztpraxis, die seit dem Weggang vom Frau Dr. Geis vakant ist. Sofort nach seinem Amtsantritt vor fünf Jahren hat sich Ortsbürgermeister Barth hingestellt und vollmundig verkündet, dass er bereits mit mehreren Ärzten in Verhandlungen stehe. Dabei hat er den Eindruck erweckt, dass es nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis sich ein zweiter Allgemeinmediziner in Stadecken-Elsheim niederlassen würde und ihm ein großer Coup gelungen wäre. Kleinlaut musste er dann einräumen, dass er die kassenärztliche Vereinigung nicht zu einer zusätzlichen Niederlassungserlaubnis für einen zweiten Kassenarzt bewegen konnte. Während in Schwabenheim die Menschen gleich durch drei Ärzte versorgt werden, müssen die Einwohner von Stadecken-Elsheim lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Nehmen Sie das dringend benötigte Verkehrs- und Parkraumkonzept. Wochenlang hat man vor Jahren schon die Gemeindestraßen begangen und die Leute mit dusseligen Fragen genervt. Sogar eine Fakultät der Hochschule Mainz hat in einer Studie sinnvolle Vorschläge für die Verbesserung der verfahrenen Situation gemacht. Nichts, aber auch rein gar nichts, hat sich bis heute getan und wurde davon umgesetzt. Wir schließen nicht aus, dass der Bauern- und Winzervereins wieder seine Finger im Spiel hat und jedes vernünftige Konzepte boykottiert. Und so wartet man bis heute noch vergeblich darauf, dass Barth endlich seine Versprechen wahrmacht und Lösungen präsentiert.

Nehmen Sie das vieldiskutierte Projekt Umgehungsstraßen. Wer wie Barth, sich jahrelang nicht für das Thema interessiert und keinen Finger krumm gemacht hat, plötzlich, und nachdem die Bürgerinitiative und die SPD endlich etwas bewegen konnten, auf den fahrenden Zug springt und vorgibt, dem Projekt erste Priorität einzuräumen, der macht sich nicht nur unglaubwürdig, sondern schmückt sich auch noch schamlos mit fremden Federn. Und wer dann noch verkündet, dass sich für das Projekt, mit dessen Baubeginn erst in 15-20 Jahren zu rechnen ist, eine „Zeitschiene konkretisiert“, der versucht mit nichtssagenden Worthülsen Realitäten zu verschieben und die Menschen für dumm zu verkaufen.

Nehmen Sie das gemeindeeigene Grundstück Talstraße/Kreuznacher Straße, für dessen Bebauung Barth keine Lösung finden könnte und über dessen Verwendung er immer wieder neue, unverbindliche ‚Wasserstandsmeldungen verbreitet. Darüber wird das Forum noch in einem separaten Artikel berichten.

Die Liste der Versäumnisse und leeren Versprechungen von Barth ist lang und ließe sich beliebig fortsetzen. Zugegeben, man erwartet nicht, dass sich alle Probleme der Welt in der fünfjährigen Amtszeit eines ehrenamtlich tätigen Ortsbürgermeister lösen lassen. Wenn man aber feststellen muss, dass kaum etwas Nennenswertes erreicht wurde und wichtige Projekte nicht angegangen wurden, dann spricht dies eindeutig für die negative Leistungsbilanz des aktuellen Ortsbürgermeisters. Und wenn man dann noch feststellt, dass Versagen und Inkompetenz hinter Phrasen und Schwafeleien versteckt wird, dann fällt uns dazu sofort wieder der Vergleich mit dem Hütchenspieler ein. Uns erinnert Barth fatal an seinen früheren Amtskollegen aus Oppenheim, dessen Lügengebäude im vergangenen Jahr zusammengebrochen ist und der daraufhin seinen Hut nehmen musste. Entscheidend dafür war ein Bericht des Rechnungshofs, bei dem auch eine Untersuchung über den Ersatz des angeblichen Verdienstausfalls von Barth während seiner Tätigkeit als Lehrer anhängig ist.

Übrigens, bei Wikipedia ist Folgendes zu lesen: „Das Hütchenspiel (auch Nussschalenspiel) ist eine Form des Trickbetrugs.“  Da weiß man doch, womit man es zu tun hat.

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