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Offensichtlich hat Ortsbürgermeister Barth (CDU) mittlerweile eingesehen, dass er mit dem Verkauf des Grundstücks Talstraße/Kreuznacher Straße nicht mehr weiter so herumwursteln kann wie bisher. Er hat deshalb überraschend zu einer Sondersitzung des Gemeinderats eingeladen, in der er endlich Einsicht gezeigt und von seinem sturen Festhalten an dem alleinigen Bauherrenmodell „Selztalensemble“ abgelassen hat. Übrigens, die peinliche Sitzung wird von Barth mit keinem Wort auf der Homepage der Ortsgemeinde erwähnt, wo er doch sonst jede noch so unbedeutende Nebensächlichkeit zu einem außergewöhnlichen Großereignis aufbläst.

In der Sitzung am 18.02.19 hat der Gemeinderat beschlossen, einen Teil des Grundstücks an einen Investor zu verkaufen, der dort Wohnungen bauen will. Und man mag es kaum glauben, darüber „freut sich Ortsbürgermeister Barth (CDU)“, der sich jahrelang dem Verkauf an einen Investor widersetzt hat und jetzt, wie auch schon bei den Umgehungsstraßen, sein Fähnchen schnell in den Wind hält.

Weiterhin soll ein Teil des Grundstücks für die Bauherrengemeinschaft „Selztalensemble“ reserviert bleiben, der nochmals, und bereits zum vierten Mal, eine Frist von 6 Monaten eingeräumt wurde, um endlich genügend Interessenten für ihr Luxusprojekt zu finden. In weiser Voraussicht, dass dies auch dieses Mal dem CDU-Parteifreund Schlimmer nicht gelingen wird, hat man dem Investor in Aussicht gestellt, auch diesen Grundstücksteil später einmal zu kaufen.

Plötzlich ist bei Barth sogar von bezahlbarem Wohnraum die Rede, den der Investor angeblich versprochen haben soll und in zwei kümmerlichen Wohneinheiten entstehen lassen will. In Verbindung mit den zwei anderen Wohneinheiten, die der Investor behindertengerecht bauen will, bricht Barth gleich in Euphorie aus und schwafelt davon, dass „sich mitten im Ort eine kleine Quartierlösung entwickeln“ könnte, „die beispielhaft auch für andere sein kann.“ Wenn jemand ein profanes Neubauvorhaben mit voraussichtlich 2 behindertengerechten Wohnungen und mit 2 bezahlbaren Wohneinheiten mit als „Quartierlösung“ – was immer auch damit gemeint sein soll – hochjubelt, der hat offensichtlich einen riesigen Aussetzer. Wer dann noch betont, dass die Ortsgemeinde damit „ein Zeichen setzt“ und das banale Bauvorhaben als „beispielhaft“ für andere deklariert, der hat, mit Verlaub, nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Weiß dieser Mann überhaupt noch, wovon er spricht? Hat ihn seine Nähe zu den Winzern und Weinbauern bereits die Sinne vernebelt? Oder machen sich schon die Spätfolgen seiner langjährigen Lehrertätigkeit bemerkbar? Die Verbreitung eines solchen Schwachsinns ist Grund genug, diesen Ortsbürgermeister nicht mehr ernst zu nehmen und sich von ihn zu distanzieren.

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