Gut, diese Verballhornung sei uns erlaubt. Aber als wir auf der Webseite der Gemeinde am 07.03.19 und gleich über dem verdummenden Artikel „Zeitschiene für Umgehungsstraßen konkretisiert sich“ lesen mussten, dass das „Imperium der DES WARS Macht“ erstürmt wurde, dachten wir im ersten Moment, dass dies wieder einmal ein Beispiel für den ungehobelten Umgang der Gemeindeverwaltung mit der deutschen Sprache wäre. Bis wir dann feststellten, dass damit die karnevalistische und noch nicht einmal traditionelle Erstürmung des Rathauses umschrieben wurde, bei der ein Ortsbürgermeister und seine Abgeordnete/n immer in eine peinliche Rolle schlüpfen und letztendlich bei der karnevalistischen Verteidigung des Rathauses versagen, wie so häufig und beinahe schon traditionell im alltäglichen Verwaltungsgeschehen auch.

Veranstaltungen, die die Welt nicht braucht, könnte man zur Rathauserstürmung sagen, und die Kids sollten besser Star Wars an der heimischen Spielkonsole erleben als dieser peinlichen dumpf-tumben-Initiierung der Gemeindeverwaltung beizuwohnen.

In Vorbereitung des treu-doofen Trubels ist dann auch untergegangen, dass ein zeitnahes Ereignis, das ansonsten in der Berichterstattung der Gemeindeverwaltung eine überragende Rolle einnimmt, in diesem Jahr überhaupt nicht stattgefunden hat: Wir meinen den alljährlichen Besuch der Sternsinger im Rathaus: Kein Wort war darüber zu lesen, dass die heiligen Drei Könige ihre traditionelle Segensbitte „20*C+M+B+21“ („Christus Mansionem Menedicat“) mit Kreide an den Rathaus-Türbalken aufgebracht hatten. Kein Foto war zu sehen, auf dem ein gerührter Ortsbürgermeister, umringt von den Königen und ihrem Anhang, auf der Rathaustreppe ehrfürchtig den Segen entgegennimmt und dabei mit markantem und verklärtem Gesicht den Eindruck vermittelt, als ob er samt Rathaus jeden Moment in den Himmel auffährt.

Was ist also geschehen? Wo war Barth und warum konnte er den Segen der Sternsinger nicht entgegennehmen? Und das auch noch in einem Wahljahr, in dem jedes noch so abwegige Ereignis für die Wiederwahl zum Ortsbürgermeister zählt. Hat Barth den Ernst der Lage nicht erkannt? Ist ihm sein politischer Spürsinn abhandengekommen? War er als nachgerückter Oppositionspolitiker wieder einmal zu Besuch bei einer der vielen Polizeistationen in Rheinland-Pfalz und hat deren Krankenstand kontrolliert? Hat er sich wieder einmal um den „Obstanbau auf dem Ober-Hilversheimer Plateau“ kümmern müssen? Oder gab es neue, überraschende Erkenntnisse beim „Status der Schreibschrift an rheinland-pfälzischen Grundschulen“?

Wir wissen es nicht, aber all das passiert in einem Wahljahr, in dem ehrgeizige Nachfolge-Kandidaten bereits mit den Hufen scharren. Offensichtlich entsetzt über die peinlich-miserable Amtsführung des jetzigen Amtsinhabers Barth hat jetzt sogar sein eigener Beigeordneter und das FDP-Fossil Walter Strutz seinen Hut in den Ring geworfen im fühlt sich zur Nachfolge des überforderten Amtsinhabers Barth (CDU) befähigt. Offensichtlich hat ihm seine spektakuläre Taschenlampen-Lichtbrücken-Aktion zur 50-Jahr-Feier der „Doppelgemeinde'“ Auftrieb gegeben, um sich um das Amt des Ortsbürgermeisters zu bewerben. Und da wartet mit Oberkirchenrat Krützfeld (SPD) noch ein ganz anderes Kaliber, das allein aus Verpflichtung gegenüber seinem obersten Dienstherrn den Segen der Sternsinger hätte entgegennehmen müssen.

Götterdämmerung, wenn nicht gar Resignation und Interessenlosigkeit machen sich breit, wenn in Stadecken-Elsheim ein ehrenamtlicher tätiger Ortsbürgermeister es nicht mehr für notwendig hält, den Segen der Sternsinger entgegen zu nehmen. Geben wir doch einfach den vermeintlich tatkräftigeren Bewerbern um das Amt eine Chance, und fallen nicht mehr auf die Tricks eines selbstverliebten und nur an seinem eigenen, politischen Wohl interessierten Egomanen und Schaumschlägers rein.

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