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Nach einer längeren Sommerpause sind wir wieder zurück und möchten heute noch einmal kurz auf die vergangene Ortsbürgermeisterwahl zurückkommen. Nein, wir werden mit Sicherheit kein Wort darüber verlieren, warum Barth am 16.06.2019 zum 1. Mal zum Ortsbürgermeister in unserer Gemeinde wiedergewählt wurde. Das ist Schnee von gestern, und es wäre müßig, an dem Wahlergebnis herumzumäkeln. Aber wir stellen uns im Nachhinein die Frage, was denn den Gegenkandidaten Krützfeld (SPD) eigentlich zu seiner damaligen Kandidatur bewogen hat.

 

Normalerweisen geht man nämlich davon aus, dass derjenige, der kandidiert, auch die Wahl gewinnen möchte. Davon war bei Krützfeld jedoch wenig zu spüren. Oder, man hatte zumindest das Gefühl, dass er dieses Ziel nur halbherzig angegangen ist. Nicht etwa, dass er nicht ausreichend die Werbetrommel gerührt oder das politische Klinkenputzen vernachlässigt hätte. Nein, es geht ums politisch Inhaltliche und Alternative, mit dem sich Krützfeld kaum von seinem Konkurrenten abgehoben hat. Als Echo der Barth’schen Phrasen und Allgemeinplätze ist es Krützfeld nicht gelungen, sich von Barth abzuheben und bei den Menschen in der Ortsgemeinde ausreichend Gehör zu verschaffen, Denn ein Echo hat zwar immer dieselbe Tonhöhe, seine Tonstärke ist jedoch immer geringer als die des Originals.

Zugegeben, es ist höchst suspekt, neue Töne zu spucken, wenn man jahrelang im Gemeinderat die politischen Entscheidungen seines Gegenkandidaten kritiklos mitgetragen und kein eigenes Profil gezeigt hat. Aber wem es nicht gelingt, alternative Konzepte vorzulegen, bessere Lösungen aufzuzeigen und die Menschen mit neuen Ideen zu begeistern, der zeigt sich profillos lässt kaum einen Unterschied zwischen sich und seinem Konkurrenten erkennen. Auch in einem Wahlkampf hat die Diffamierung des politischen Gegners zu unterbleiben. Aber wer sich scheut, berechtigte Kritik an den Fehlern, Versäumnissen und Unzulänglichkeiten seines Gegners zu üben, der hat den Begriff „Wahlkampf“ nicht verstanden und fährt die Kampagne mit seiner Friede-Freude-Eierkuchen-Politik gegen die Wand. So erweckt man den Eindruck, dass es keine Wende gibt und alles im üblichen Trott so weitergeht. Wenn man dann noch den Amtsinhaber bei jeder Gelegenheit in den höchsten Tönen lobt und kumpanenhaft betont, dass zwischen ihm und seinem Konkurrenten kein noch so dünnen Blatt Papier passt, dann ist die politische Symbiose perfekt und kein Unterschied mehr zwischen den Kandidaten erkennbar

Noch nie in der Geschichte der Ortsgemeinde hat es einen Ortsbürgermeister gegeben. der, wie Barth, eine so schwache Leistungsbilanz aufzuweisen hat. Noch nie wäre es leichter gewesen, einen ehrenamtlich tätigen Ortsbürgermeister aus dem Stand heraus abzulösen. Barth hat dazu in seiner Amtszeit eine Steilvorlage nach der anderen geliefert. Wenn man es dann trotzdem nicht schafft, die Wählerinnen & Wähler davon zu überzeugen, dass man die bessere Alternative ist, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man erfolglos aus dem Wahlkampf hervorgeht und alles bei Alten bleibt.

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