In Anlehnung an eine der witzigsten Spoonerismen (Buchstabendreher) aus der damaligen Comedy-Reihe „RTL Samstag Nacht“ hat Ortsbürgermeister Barth (CDU) in der konstituierenden Ratssitzung am 12.08.19 mit Krützfeld (SPD) und Horst (FWG) 2 neue Beigeordnete in die Verwaltungsarbeit eingebunden. Es ist sicherlich kein Zufall, dass ausgerechnet die beiden Herren, die im gerade beendeten Kommunalwahlkampf mit Barth ebenfalls um das Amt des Ortsbürgermeister gefochten haben, plötzlich in die Gemeindeverwaltung eingegliedert werden und sehr wahrscheinlich auch noch einen eigenen Geschäftsbereich bekommen. Ruhigstellen nennt man das, streng nach dem Motto, „Wer seinen Gegner umarmt, macht ihn bewegungsunfähig.“ So vereinnahmt man Konkurrenten und macht sie mundtot.

Es hatte sich ja schon während des Kommunalwahlkampfs, den Barth jetzt völlig daneben und in üblicher Worthuberei als „fairen Wahlkampf auf Augenhöhe mit kreativen Ansätzen und Ideen“ bezeichnet, gezeigt, dass Krützfeld (SPD) zu Barth (CDU) keine echte Alternative gewesen wäre. Zu sehr glichen sich die vermeintlichen Konkurrenten und Männerfreunde. Krützfeld war es zu keinem Zeitpunkt gelungen, ein eigenes, politisches Profil aufzuzeigen. Unterschiede waren kaum auszumachen. Auch Horst (FWG) hat sich in der vergangenen Legislaturperiode als Mitläufer und kritikloser Unterstützer von Barth erwiesen. Dass beide Kandidaten neben Erika Doll (CDU) jetzt als Beigeordnete fungieren, unterstreicht die Absicht, jegliche Auseinandersetzung im Gemeinderat zu vermeiden und eine Friede-Freude-Eierkuchen-Politik zu betreiben – denn die Beigeordneten sind laut Kommunalrecht gehalten, die Einheit der Verwaltung zu wahren. Kuscheln und sich liebhaben ist angesagt.

Durch die neue Zusammensetzung des Beigeordneten-Teams, so Barth, soll „die Verwaltung bunter werden.“ So ein Quatsch! Das genaue Gegenteil ist der Fall: Weißlicher Mehltau legt sich über den Gemeinderat. Durch die Einbindung der beiden Herren sollen die Parteien ruhiggestellt und berechtigte Kritik unterbunden werden. Das sind die wahren Gründe. Auf der Strecke bleiben dabei die für eine funktionierende Demokratie so wichtige Streitkultur, der Wettstreit um die besseren Lösungen und die sorgsame Kontrolle des Ortsbürgermeisters und der Verwaltung. Barth verschafft sich so die gewünschte Friedhofsruhe und einen folgsamen Gemeinderat, der kritiklos und willfährig vor sich hindämmert. „Das hat er aber wieder mal gefickt eingeschädelt“, könnte man meinen. Allerdings besteht durch eine solche Ratspolitik die Gefahr, dass die Gemeinde am Ende als Verlierer dasteht und das Schlusslicht in der Rangliste der fortschrittlichsten und am besten aufgestellten Gemeinde bildet.

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