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Nachdem der Gemeinderat in seiner konstituierenden Sitzung die beiden Ex-Ortsbürgermeister-Kandidaten überraschend mit einem Beigeordneten-Amt „belohnt“ hat, wurde ihnen in der Sitzung am 22.08.19 jetzt auch die Geschäftsbereiche zugeteilt. Krützfeld (SPD) ist als 1. Beigeordneter für den Bereich „Generationen, Ehrenamt, Sport, Kultur und Tourismus“, Horst (FWG) für das Geschäftsfeld „Bauen, Umwelt und Verkehr“ zuständig. Was die beiden Herren ausgerechnet für die Aufgaben dieser beiden Geschäftsbereiche prädestiniert, darüber liegen keine Informationen vor.

Während die dritte Beigeordnete Doll (CDU) leer ausgeht, erhalten die Wahlverlierer Horst (FWG) und Krützfeld (SPD) als kleines Trostpflaster nach der KomAEVO eine monatliche Aufwandsentschädigung von 473,50 €. Das sind 25% der monatlichen Aufwandsentschädigung von 1.894,00 € für Ortsbürgermeister Barth (CDU). Die monatliche Aufwandsentschädigung für die beiden Beigeordneten erhöht sich auf 520,85 €, wenn -davon ist in der Regel auszugehen, aber es ist noch nicht bestätigt und öffentlich gemacht worden- „Einwohnerzahl, der Umfang der Beanspruchung des Ortsbürgermeisters und die Schwierigkeit der Verwaltungsverhältnisse“ berücksichtigt werden und die Aufwandsentschädigung des Ortsbürgermeisters um 10% auf monatlich 2.083,40 € erhöht wird. Und das trifft, darauf kann man Gift nehmen, fast immer zu.

Offensichtlich um einen Interessenkonflikt zu vermeiden, hat Horst (FWG) nach der Wahl zum Beigeordneten sein Ratsmandat niedergelegt. Das ist nicht zwingend vorgeschrieben, ist aber honorig. Eine der Aufgaben des Gemeinderats ist es nämlich, die Verwaltung zu überwachen. Somit hätte das Ratsmitglied Horst den Beigeordneten Horst als Mitglied der Verwaltung selbst überwachen müssen. Stellt sich die Frage, warum sich Doll (CDU) und Krützfeld (SPD) nicht ebenfalls zu diesem Schritt entschließen konnten.

Zwar hat Horst jetzt im Gemeinderat kein Stimmrecht mehr, ja, er ist noch nicht einmal gezwungen, an den Ratssitzungen teilzunehmen, er zeigt jedoch ganz klar, dass er im Gemeinderat allein die Interessen der Gemeindeverwaltung vertritt. Das machen auch Doll und Krützfeld: Aber obwohl sie in den Gemeinderatssitzungen bräsig auf der Stirnseite neben dem Ortsbürgermeister Platz nehmen und absichtlich räumliche Distanz zu ihren Fraktionen halten, geben sie scheinheilig vor, noch ihre Aufgaben als Ratsmitglied wahrzunehmen. Das ist pure Heuchelei.

Wobei man sich bei diesem Gemeinderat auch fragen muss, warum überhaupt noch eine Sitzordnung nach Fraktionen vorgenommen wird. In diesem Friede-Freude-Eierkuchen-Verein, in dem keine politischen Unterschiede mehr festzustellen sind und alles gleichgeschaltet erscheint, könnte man sich zum gemütlichen Beieinandersein doch auch dort hinsetzen, wo es einem am Besten gefällt oder noch ein Platz frei ist.

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