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Sie sagt es selbst, die Leiterin der AZ-Lokalredaktion Mainz-Bingen: „Es ist oft schon schwer genug, für einen lieben Menschen ein Präsent zum Geburtstag auszusuchen. Doch was bitte schenkt man einem Landkreis?“ Gut, das ist nicht ganz einfach. Aber wir hätten da schon ein paar nette Ideen. Man könnte etwa 25 Stunden wöchentlich und ehrenamtlich für den Landkreis arbeiten und das Verwaltungsgebäude putzen. Oder dem Kreis eine zweckgebundene Geldspende im fünfstelligen Bereich zukommen lassen. Ebenfalls ein schönes Geschenk wäre es, Gutes zu tun und dem Landkreis schon zu Lebzeiten sein gesamtes Vermögen zu vermachen. Es gibt da sicherlich unendlich viele, sinnvolle Möglichkeiten, wie man der Landrätin Dorothea Schäfer eine große Freude machen könnte.

Aber wie durchgeknallt und wirr muss man eigentlich sein, um auf die abstruse Idee zu kommen, einem Landkreis eine Radtour zum „Geschenk“ zu machen? Auf diese hirnrissige Idee sind nämlich zwei Herren aus Ingelheim gekommen, die sich dazu entschlossen hatten, „den Kreis entlang seiner Grenzen, so wie sie 1969 festgelegt wurden, zu umfahren“, und anschließend die Radtour dem Landkreis zum 50. Geburtstag zum „Geschenk“ zu machen. Das ist in etwa genauso unsinnig, als ob sie 4 Wochen keinen Alkohol trinken und diese Enthaltsamkeit den Anonymen Alkoholikern zu „schenken.“ Es heißt in dem Bericht der AZ, die beiden Radfahrer „mussten da nicht lange überlegen“. Das erklärt doch einiges. Wir jedenfalls hätten es besser gefunden, die beiden Radler hätten etwas länger überlegt und diese ganze, schwachsinnige Idee fallengelassen.

Nicht lange genug überlegt hat offensichtlich auch die Leiterin der AZ-Lokalredaktion Mainz-Bingen, Helena Sender-Petry, die voller, überbordender Begeisterung den gesamten Schwachsinn in der AZ breittritt und so tut, als hätten die beiden Ingelheimer Radler gleich mehrere Bergetappen der Tour de France gemeistert. Es würde uns auch nicht wundern, wenn die PR-getriebene Landrätin Schäfer demnächst das „Geschenk“ nutzen würde und in einer kleinen, öffentlichen Feierstunde den beiden Radlern die Verdienstmedaille des Landkreises Mainz-Bingen oder irgendeinen anderes Stück Blech überreichen würde. Denn wer so viel für die Kreisverwaltung tut und mit solch einem großen „Geschenk“ begeistert, der sollte für seine Verdienste auch anständig geehrt werden. Für den AZ-Artikel über das große Ereignis empfehlen wir natürlich Frau Helena Sender-Petry.

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