Geradezu düster schildert Ortsbürgermeister Barth (CDU) das Stadecken-Elsheimer Ergebnis bei der Ehrung der Teilnehmer am diesjährigen Stadtradeln. Zwar hätten die Radler aus der Ortsgemeinde im Aktionszeitraum mit 32.451 Kilometern beinahe die gesamte Erde umradelt (Erdumfang am Äquator: 40.074 km) und dabei mehr als 4 1/2 Tonnen CO2 vermieden, aber die Teilnehmerzahl aus Stadecken-Elsheim sei trotz bundesweiter Steigerung im Vergleich zu 2018 um knapp 10 % zurückgegangen. Und geradelt wurde 2019 in Stadecken-Elsheim auch weniger als im Vorjahr.

Der bundesweite Anstieg, so Rad- und Wetterexperte Barth, „sei gewiss auf die Klimadebatte und die Aktivitäten von Greta Thunberg zurückzuführen.“ Am Rückgang in Stadecken-Elsheim sei das Klima Schuld gewesen, „das ungünstige Wetter [habe] in der dritten Woche einige Radkilometer gekostet.“

Das alles mag sicherlich in die finstere Welt des Ortsbürgermeisters passen, aber offensichtlich zeichnet Barth bewusst ein so düsteres Bild, um aus einem nicht erkennbaren Grund von dem sensationellen Sieg unsere 5 Ratsmitglieder abzulenken. Mit keinem einzigen Wort geht er bei seiner Siegerehrung auf den aufsehenerregenden 1. Platz von Stadecken-Elsheim in der Kategorie „Parlamentarier“ ein. Diese Kategorie wurde extra deswegen eingeführt, weil Gemeinderatsmitglieder grundsätzlich Vorbilder für die Menschen in den Gemeinden sind.

Während die 5 Stadecken-Elsheimer Ratsradler in der Relation Anzahl der teilnehmenden Parlamentarier zu der Anzahl der teilnehmenden Stadecken-Elsheimer Radler weit vor Gau-Algesheim auf dem 1. Platz liegen, kommt Barth in seiner Laudatio nicht eine Silbe des Lobes und des Dankes für dieses Bravourstück über die Lippen. Vielleicht kann er sich auch nicht so recht freuen, weil nur 2 Rheinland-Pfälzische Gemeinden in dieser Kategorie teilgenommen haben. Was es auch sein mag, das Verhalten des Ortsbürgermeisters ist nicht nur ein Affront gegenüber dem Gemeinderat, sondern auch gegenüber allen Menschen in der Ortsgemeinde, die sich von diesen 5 Ratsmitgliedern repräsentiert fühlen und ihnen bei den diesjährigen Kommunalwahlen erwartungsvoll ihre Stimme gegeben haben.

Auch auf dem AZ-Foto zum Artikel über die Siegerehrung, Bildunterschrift: Es „Freuen sich mit den Geehrten: Ortsbürgermeister Thomas Barth (Bildmitte, hellblaues Hemd (…)“, fehlt von den 5 so erfolgreichen Vorbildern jede Spur. Warum der Ortsbürgermeister deren Husarenstück so geflissentlich verschweigt, ist und bleibt ein Rätsel. Während er sonst jede, noch so kleine Nichtigkeit („Der Weißapfelbaum ist in der Streuobstwiese in Stadecken gepflanzt.“) zur Sensation hochjubelt, lässt er das Siegerteam links liegen und verwehrt ihm die Anerkennung. Das ist zutiefst respektlos und kann nicht nur politische Gründe haben. Dafür müssen tiefere Ursachen vorliegen.

Ohne Zweifel zeigt sich ein tiefer Riss zwischen Ortsbürgermeister Barth und seinem Gemeinderat. Angesicht dieser heiklen und politisch brandgefährlichen Situation, fordern wir den Ortsbürgermeister auf: Treten Sie zurück, Herr Barth! Und zwar sofort! Machen Sie den Weg frei für einen Ortsbürgermeister und Ehrenbeamten, der nicht nur dem Gemeinderat den notwendigen Respekt entgegenbringt, sondern auch die Erfolge der Menschen „in unserer liebens- und lebenswerten Gemeinde“ zu schätzen und zu ehren weiß!

Übrigens: Die Seele der Gemeinde, „Petra Wehrland-Döß erzielte den ersten Platz in der Einzelwertung der Frauen. Sie hat 730 Kilometer im Stadtradelnzeitraum zurückgelegt.“ Glückwunsch!

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