Bevor wir in einem der nächsten Beiträge detailliert auf den gerade zur Einsichtnahme ausgelegten Haushaltsplan 2017 eingehen, möchten wir vorwegnehmen, dass die Gemeindeverwaltung beabsichtigt, die im Frühjahr 2013 gekaufte Immobilie am Dorfplatz in Elsheim in 2017 wieder zu verkaufen und die Einnahme aus dem Verkauf im Gemeindehaushalt eingeplant hat. In mehreren Beiträgen (siehe hier, hier und hier) hatte das Forum über den sinnlosen und dubiosen Kauf der maroden Gaststätte am Dorfplatz berichtet und auf die Verschwendung von Steuergeldern hingewiesen. Jetzt bewahrheitet sich unser damaliger Vorwurf – ein Lügengebäude stürzt zusammen.

Als wir seinerzeit die Gründe für den konzeptlosen Kauf der maroden Gaststätte hinterfragten, war dem damaligen Ortsbürgermeister Müller kein Argument zu dumm und abwegig genug, die wahren Gründe für den Kauf des Hauses zu verschleiern. Über Wochen und Monate hinweg wurde erst von einer Maßnahme zur städtebaulichen Entwicklung gesprochen, gelegentlich wurden sogar soziale Gründe vorgebracht, dann wollte man durch den Kauf den Erwerb durch mafiöse Hintermänner verhindern, zwischenzeitlich ging es bei dem Kauf um eine Maßnahme zur Tourismusförderung – eine Restauration mit Gartenbewirtschaftung sollte eingerichtet werden – letztendlich sollte die Immobilie dann nur noch als Renditeobjekt herhalten und schlussendlich, wie bei Müller nicht anders zu erwarten, sollte die heruntergekommene Kneipe dann einmal als „Mehrgenerationenhaus“ dienen. Dreister hätte man die Bürgerinnen und Bürger nicht hinters Licht führen können.

Mit dem beabsichtigten Verkauf in 2017 ist dies alles nur noch Makulatur und Schnee von gestern. Nichts von dem hat sich als glaubwürdig und annähernd realisierbar erwiesen. Alles war vorgeschoben und erlogen. Aber das ist ja noch lange nicht alles: Während man die marode Immobilie im Frühjahr für 350.000 Euro plus Kaufnebenkosten erworben hat, soll sie im nächsten Jahr für nur 320.000 Euro verkauft werden. Dass man ein solches „Renditeobjekt“ in einem seit Jahren boomenden Immobilienmarkt mit einem Verlust von mehr als 10 % verkaufen will, zeugt allein schon von der Unbedarftheit und Inkompetenz des jetzigen Gemeindeverwaltung, es sei denn, der aktuelle Verkehrswert der Immobilie entspricht dem beabsichtigten Verkaufspreis. Dann allerdings wäre das Haus schon 2013 vom Grundstücks- und Immobilien-vernarrten Ortsbürgermeister Müller zu einem überteuerten Preis erworben worden. Vielleicht liegt darin sogar der Grund für den Erwerb, keiner weiß es.

Man kann an diesem Beispiel wieder einmal erkennen, dass man die Hobby- und Freizeit-Politiker in der Verwaltung und im Gemeinderat nicht vertrauen und unkontrolliert mit größeren Geldmengen jonglieren lassen kann. Da wird nicht sorgfältig nachgedacht zu viel in den Sand gesetzt. Deshalb muss auch hier wieder der Gemeinderat erwähnt werden, der seinerzeit den schwachsinnigen Argumenten des Ortsbürgermeisters geglaubt und dem Kauf der maroden Immobilie einstimmig zugestimmt hat.

Unabhängig von jeder politischen Couleur, ist es an der Zeit, dass der Gemeinderat nicht jedem wirren Vorschlag der Verwaltung und des Ortsbürgermeisters folgt und jeden Unsinn durchwinkt. Es ist an der Zeit, dass der Gemeinderat seine gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollfunktion wahrnimmt und darauf achtet, dass Steuergelder für sinnvolle Projekte und nicht für egomanische Ausraster ausgegeben werden. Es kann und darf nicht sein, dass abgehobene und durchgeknallte Ortsbürgermeister Prestigevorhaben und Baudenkmäler durchsetzen, die kein Mensch braucht und deren Finanzierung ausschließlich zu Lasten zukünftiger Generationen geht.

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3 Gedanken zu „Lügengebäude eingestürzt! Haus am Dorfplatz Elsheim soll verkauft werden.

  1. Sie schreiben, wie so oft, Unwahrheiten. Der Beschluss zum seinerzeitigen Kauf der Gaststätte
    war keineswegs einstimmig, die gesamte SPD-Fraktion hat sich enthalten oder war dagegen.

    • Sie scheinen ja, wie so oft, bestens informiert. Dann wissen Sie sicherlich auch, dass der Beschluss zum Kauf der Gaststätte am 25.02.2013 rechtswidrig in einer nicht-öffentlichen Sitzung gefasst und der Beschluss vom damaligen Ortsbürgermeister Müller erst auf Nachfrage und Drängen des Forums am 06.06.2013 bekanntgemacht wurde – mit der dreisten Lüge, dass das Objekt zu Kosten unterhalb des Verkehrswertes erwogen werden konnte.

      Der gesamte Vorgang sollte gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern vertuscht werden. Über die Beschlussfassung gibt es, wie Sie ja bestimmt wissen, keine öffentlichen Unterlagen. Uns wurde berichtet, dass der Beschluss einstimmig gefasst wurde. Sollte diese Information falsch gewesen sein, dann ist der Beschluss eben mehrheitlich gefasst worden.
      Das ändert rein gar nichts an dieser Posse, auch wenn die SPD ausnahmsweise nicht zugestimmt hat.

      Sie sollten sich nicht immer an Nebensächlichkeiten reiben und versuchen, abzulenken, sondern auch mal zu dem eigentlichen Skandal Stellung nehmen. Das täte dem Demokratie- und Politikverständnis weit besser. In unserem Beitrag haben wir jetzt das Wort „einstimmig“ durch das Wort „mehrheitlich“ ersetzt. So what!

  2. Der Kauf dieser Immobilie zählt nicht zum Kerngeschäft dieser Gemeinde. Sie ist daher mehr oder weniger eigenmächtig erwoben worden. Aus diesem Grund müssten m.E. die oder der Verantwortliche des Kaufes den Verlust, der durch den Verkauf entstanden ist, aus der eigenen Tasche bezahlen.
    Solange Politiker für Fehlentscheidungen nicht haften müssen oder es keine übergeodnete Kontrollinstanz gibt, werden auch weiterhin Steuergelder in diesem Stil zu oft sinnlos verschwendet.

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